FPÖ-Kommission: Zeitgeschichtler protestieren gegen Vorgangsweise

Prominente Historiker nennen die Kommission zur Untersuchung der FPÖ-Geschichte "höchstens eine parteiinterne Arbeitsgruppe". Sie kritisieren fehlende Transparenz.

++ ARCHIVBILD ++ EX-FPOe-POLITIKER LEITET BLAUE HISTORIKERKOMMISSION: WILHELM BRAUNEDER
++ ARCHIVBILD ++ EX-FPOe-POLITIKER LEITET BLAUE HISTORIKERKOMMISSION: WILHELM BRAUNEDER
Wilhelm Brauneder bei einem Vortrag (Archivbild) – APA/HERBERT NEUBAUER

Prominente Zeitgeschichtler üben Kritik an der Arbeit der Historikerkommission, die sich mit der Geschichte der FPÖ auseinandersetzen soll. In einer Resolution anlässlich des "Österreichischen Zeitgeschichtetags", der am Wochenende an der Universität Wien stattfand, wird bedauert, dass die Untersuchung noch immer keine transparente professionelle Vorgangsweise erkennen lasse.

Den Unterzeichnern missfällt etwa, dass sich die Kommission nur mit der FPÖ, nicht aber mit den schlagenden Burschenschaften auseinandersetzen soll, obwohl der Anlassfall für die Einsetzung der Kommission ein antisemitisches Liederbuch der Germania zu Wiener Neustadt war.

>>> Dossier: Burschenschaften in Österreich [premium]

Weiters bedauern die Zeitgeschichtler, dass bisher nicht offengelegt wurde, was genau Forschungsgegenstand der Historikerkommission ist. Zudem sei völlig unklar, welche wissenschaftlich ausgewiesenen Mitarbeiter neben dem Vorsitzenden Wilhelm Brauneder an dem Bericht, der ja bereits als Zwischenreport nach dem Sommer dieses Jahres vorliegen soll, mitwirken werden - beziehungsweise, welche Archive und Quellen Teil der Untersuchung sind.

Eine wissenschaftliche Aufarbeitung könne jedoch nie Diskretion für sich in Anspruch nehmen, sondern müsse von Transparenz bestimmt sein, heißt es in der Resolution. Daher könne derzeit auch nicht von einer Historikerkommission gesprochen werden, sondern "höchstens von einer parteiinternen Arbeitsgruppe mit unbekannten Mitgliedern, unter der Leitung eines Rechtshistorikers".

(APA)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Lesen Sie mehr zum Thema
Meistgekauft
    Meistgelesen
      Kommentar zu Artikel:

      FPÖ-Kommission: Zeitgeschichtler protestieren gegen Vorgangsweise

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.