Blecha gibt Pensionisten-Vorsitz mit "viel Wehmut" ab

Nach mehr als 19 Jahren kandidiert Blecha nicht mehr für eine weitere Amtsperiode an der Spitze des SPÖ-Pensionistenverband. Sein Nachfolger wird Peter Kostelka.

Peter Kostelka (li.) und Karl Blecha (re.)
Peter Kostelka (li.) und Karl Blecha (re.)
Peter Kostelka (li.) und Karl Blecha (re.) – (c) APA/HERBERT-PFARRHOFER

Der SPÖ-Pensionistenverband (PVÖ) hat am Montag seinen langjährigen Präsidenten Karl Blecha feierlich verabschiedet. "Ich scheide mit sehr viel Wehmut heute aus dieser Funktion", sagte Blecha in seiner Abschiedsrede beim Verbandstag in Wien. Vor der Wahl von Blechas Nachfolger Peter Kostelka - er erhielt am Nachmittag 98,5 Prozent - würdigte auch der SPÖ-Vorsitzende Christian Kern den scheidenden Präsidenten: "Danke, lieber Charly".

Blecha, der am Montag auch seinen 85. Geburtstag feierte, war erstmals am 17. März 1999 als PVÖ-Präsident gewählt worden. Nach mehr als 19 Jahren kandidiert er nun nicht mehr für eine weitere vierjährige Amtsperiode. Er gehe deshalb mit "viel Wehmut", weil die fast zwei Jahrzehnte "neben den Jahren mit Bruno Kreisky die schönste politische Zeit war, die ich in meinem Leben gefunden habe", so der Ex-Minister vor den mehr als 350 Delegierten. "Und ihr wart es, die diese Zeit so schön werden haben lassen", streute er den Mitgliedern Rosen.

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Besonders stolz zeigte sich Blecha darüber, dass der Pensionistenverband als Interessensvertretung mittlerweile eine Position erreicht habe, die es ermögliche, auf politischer Ebene "auf Augenhöhe" verhandeln zu können. So verwies er beispielsweise darauf, dass auf Druck der Seniorenvertreter die jährliche Pensionsanpassung gesetzlich festgeschrieben wurde. Als jüngsten Erfolg strich er die Abschaffung des Pflegeregresses hervor - ein Punkt, der nur durch den Druck von Kern durchgesetzt habe werden können, wie Blecha meinte.

Appell: Pflegebereich aus Steuermitteln finanzieren

In diesem Bereich pochte Blecha am Montag auf weitere Schritte, etwa einer gänzlichen Abschaffung des Ehegattenregresses. Außerdem müssten österreichweit einheitliche Pflege-Standards eingeführt werden. Einer - vor allem von ÖVP und FPÖ immer wieder ins Auge gefassten - Finanzierung über eine Pflegeversicherung erteilte Blecha eine Absage: Der Pflegebereich müsse aus Steuermitteln finanziert werden.

Schlussendlich äußerte er noch einen Wunsch für die Zukunft: Der PVÖ müsse weiterhin um Mitglieder werben, auch wenn der Pensionistenverband - gemessen an der Bevölkerungszahl - die stärkste Seniorenvertretung Europas sei, wie er zum Abschluss seiner Rede anmerkte.

Kern erklärte, es sei ihm "Ehre und Auszeichnung", an diesem Tag vor den PVÖ-Delegierten sprechen zu dürfen. "Du bist für uns Jüngere in der Tat ein großes Vorbild", sagte er in Richtung Blecha. Ex-Bundespräsident Heinz Fischer habe Blecha einst "Homo Politicus" genannt - Blecha sei also "ein politisches Urviech, wenn ich das übersetzen darf", so der SP-Chef. "Wir stehen auf deinen Schultern, auf den Schultern eines wahrhaften Riesen, du bist und bleibst ein großes Vorbild für uns", sagte Kern.

Höchsterfreut zeigte sich Kern über Kostelka. Es sei heute "ein wirklich erfreulicher Tag". Kostelka gilt als politischer Ziehvater des heutigen SPÖ-Chefs - Kern diente dem ehemaligen SP-Klubobmann in jungen Jahren als dessen Pressesprecher. "Der Umstand, dass ich heute hier stehen darf, hat auch sehr viel mit dir zu tun", sagte Kern in Richtung des künftigen SP-Pensionistenchefs. Die Wahl Kostelkas als Blecha-Nachfolger war für den frühen Nachmittag angesetzt.

(APA)

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