Leitl: "Goldman-Sachs-Schädlinge auf EU-Watchlist"

Staatstragender "wirtschaftspolitischer Aschermittwoch" des Salzburger Wirtschaftsbundes. WK-Präsident Leitl sorgte allerdings mit Kritik an Goldman-Sachs für Aufsehen.

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Markige Sprüche und johlende Gäste: Wer das beim "Wirtschaftspolitischen Aschermittwoch" des Salzburger Wirtschaftsbundes erwartet hat, war fehl am Platz. Man gab sich staatstragend und ernst. Schließlich ist der Aschermittwoch einer der strengsten Fasttage der katholischen Kirche.

Trotzdem sorgte Wirtschaftskammer-Präsident Christoph-Leitl mit einem Sager für Aufsehen: Ratingagenturen, die unseriös arbeiten, sollten die Konzessionen entzogen werden. Es könne nicht angehen, dass Goldman Sachs Griechenland "Beihilfe zum Betrug" leiste und es keinerlei Konsequenzen gebe. "Solche Schädlinge gehören auf eine EU-Watchlist", forderte Leitl und erntete Zwischenapplaus.

Gegenüber der Zeit im Bild vom Donnerstag entschuldigte sich Leitl allerdings von seinem Sager und bestritt jede antisemitische Tendenz darin.

Der erstmals organisierte vormittägliche Gedankenaustausch über "Wirtschaft und Ethik" war der Auftakt der Salzburger für die Ende Februar/
Anfang März bevorstehende Wirtschaftskammerwahl und füllte gut zwei Säle im Augustinerbräu. Für die Kammermitarbeiter war es ohnehin ein Pflichttermin, Wahlkampfunterstützung leisteten auch Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler, Salzburgs ÖVP-Chef Wilfried Haslauer, Wirtschaftsbund-Generalsekretär Peter Haubner und zahlreiche ehemalige Wirtschaftsbund- und Wirtschaftskammerfunktionäre.

Die grauen Bierkrüge auf den Tischen wollten nicht so recht zum Fastenauftakt passen. Dafür hatte das Referat von Leitl den Charakter einer Fastenpredigt. Da war wie schon in den Statements seiner Vorredner viel vom rechten Maß, von Werten und Tugenden die Rede. Leitl lobte den Zusammenhalt, das Engagement und die Leistungsbereitschaft der Unternehmen und wandte sich erneut gegen zusätzliche Belastungen für Betriebe. Es brauche keine Steuererhöhungen, sondern endlich eine Verwaltungsreform.

"Sie sind der Boss! Sie tragen die erste Verantwortung", sagte Leitl an die Adresse von Bundeskanzler Faymann. Der Regierungschef solle sein Versprechen,  3,5 Milliarden Euro in der Verwaltung einzusparen, endlicAh umsetzen.
"Schädlinge auf EU-Watchlist"

Kritik übte Leitl am ÖGB. Dieser müsse aufhören, über zusätzliche Belastungen für Unternehmer zu reden. Er erwarte sich beim österreichischen Bankengipfel kommenden Montag Maßnahmen gegen die Krise.

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