Ärztekammer kritisiert "Kommunikations-Chaos" bei Elga-Daten

Im Streit um die Freigabe sensibler Persönlichkeitsdaten rät Vizepräsident Johannes Steinhart zum Ausstieg aus der elektronischen Gesundheitsakte.

Ärzte mit Patient (Symbolbild)
Ärzte mit Patient (Symbolbild)
Ärzte mit Patient (Symbolbild) – Die Presse/Clemens Fabry

"Wer sicher sein möchte, dass seine persönlichen Gesundheitsdaten nicht an Dritte weitergegeben werden, muss aus der Elektronischen Gesundheitsakte (Elga) herausoptieren", so kommentiert Johannes Steinhart, Ärztekammer-Vizepräsident, das "Kommunikations-Chaos der Bundesregierung" zur Frage, wann sensible Gesundheitsdaten zu Forschungszwecken an Dritte weitergegeben werden dürfen.

"Die Verwendung von Daten der Befund-Elga für Forschungszwecke muss, so wie es auch Gesundheitsministerin Beate Hartringer-Klein gefordert hat, ausdrücklich verboten werden", fordert Steinhart vom Gesetzgeber.

Transparente, seriös vorbereitete und erfolgreich verkaufte Politik, die von den Bürgern auch verstanden werde, sehe anders aus, kritisiert der ÖÄK-Vizepräsident. Wird das Forschungsorganisationsgesetz, so wie von der Regierung vorgesehen, diese Woche im Nationalrat beschlossen, können ab 2019 Universitäten, Fachhochschulen, Museen, Forschungsabteilungen von Konzernen und sogar Einzelpersonen im In- und Ausland um eine Bewilligung ansuchen, Befund Elga-Daten für Forschungszwecke zu verwenden.

"Ich nehme die Bedenken von Datenschützern sehr ernst, die kritisieren, dass das bloße Löschen der Namen für eine zuverlässige Anonymisierung nicht ausreicht. Machen wir uns keine Illusionen: Wo es einen gelockerten Zugriff auf Patientendaten gibt, dort gibt es auch Potenzial für Datenmissbrauch. Bei Gesundheitsdaten ist das besonders heikel."

Die Regierung sollte sich also besser um die Benutzerfreundlichkeit der Befund-Elga kümmern, und nicht um Erleichterungen bei der Weitergabe von Gesundheitsdaten, so Steinhart.

(APA/Red.)

Lesen Sie mehr zum Thema
Meistgekauft
    Meistgelesen
      Kommentar zu Artikel:

      Ärztekammer kritisiert "Kommunikations-Chaos" bei Elga-Daten

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.