Klagsverband: Fördermittel sollen um die Hälfte gekürzt werden

In einem offenen Brief an Familienministerin Bogner-Strauß heißt es vom Klagsverband, man habe mit "Bestürzung" von der Kürzung erfahren. Die bisherige Fördersumme sei bereits an der "absoluten Untergrenze" gelegen.

Der Klagsverband vertritt Menschen, die Opfer von Diskriminierung werden. (Symbolbild)
Der Klagsverband vertritt Menschen, die Opfer von Diskriminierung werden. (Symbolbild)
Der Klagsverband vertritt Menschen, die Opfer von Diskriminierung werden. (Symbolbild) – Die Presse

Der Klagsverband sieht seine Arbeit durch die Kürzung von Fördermittel bedroht. In einem offenen Brief an Familienministerin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) schreibt Klagsverbands-Präsident Dieter Schindlauer, mit "Bestürzung" habe man erfahren, "dass Sie die notwendige Fördersumme einfach auf die Hälfte reduzieren wollen".

Die NGO, die Opfer von Diskriminierung unterstützt, habe seit Jänner regelmäßig die Ministerin beziehungsweise deren Ressort darauf hingewiesen, dass die bisher regelmäßige Förderung durch das Familien-Ressort "eine absolute Untergrenze" dargestellt habe, "damit der Klagsverband auf seinem bisherigen Mindestniveau existieren kann", sagte Schindlauer.

Verpflichtungen aus EU-Richtlinien "negiert"

Dass nun eine Halbierung der Förderung angedacht ist, stelle die Arbeitsfähigkeit des Klagsverbands infrage und beraube 50 Mitgliedsvereine einer "maßgeblichen und europaweit hoch geschätzten Ressource in Sachen Gleichstellung und Antidiskriminierung".

Die Kürzung negiere die Verpflichtungen aus den Antidiskriminierungs-Richtlinien der EU und entziehe dem Klagsverband die Grundlage, "um weiterhin für Menschen, die diskriminiert werden, tätig zu sein", sagte Schindlauer: "Ich fordere Sie daher nachdrücklich auf, den Klagsverbands mit der vollen beantragten Summe zu fördern", um die Kündigung der Mitarbeiter und das Ende des Vereins abzuwenden.

Der "Klagsverband zur Durchsetzung der Rechte von Diskriminierungsopfern" wurde 2004 von den NGO Zara, Bizeps und Hosi Wien gegründet. Menschen, die wegen ihres Geschlechts, ihrer ethnischen Zugehörigkeit, ihrer Religion, ihrer Weltanschauung, ihrer sexuellen Orientierung, ihres Alters oder wegen einer Behinderung  Diskriminierung erfahren, werden vom Klagsverband etwa beraten und vertreten.

(APA)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgekauft
    Meistgelesen
      Kommentar zu Artikel:

      Klagsverband: Fördermittel sollen um die Hälfte gekürzt werden

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.