Neubauer: Rechnungshof prüfte "mitten im Reformprozess"

Bis Ende Juli war Barbara Neubauer Präsidentin des Bundesdenkmalamts. Lange schwieg sie zur Debatte um eine Neuaufstellung des Amts, nun meldet sie sich zu Wort.

Barbara Neubauer
Barbara Neubauer
Barbara Neubauer – APA/HANS PUNZ

Barbara Neubauer, bis Ende Juli Präsidentin des Bundesdenkmalamts (BDA), schwieg lange öffentlich zur politischen Diskussion um die Neuaufstellung des Amts. Da es bisher keine Ausschreibung für den Posten gegeben hat, hat nun der Fachdirektor Bernd Euler-Rolle interimistisch übernommen. Nun bezieht Neubauer doch Position. Auf die Frage, ob sie sich überhaupt noch einmal beworben hätte, sagte sie am Mittwoch: "Das möchte ich von mir trennen. Ich bin 62,5 Jahre alt. Und auch im Regierungsprogramm steht, dass man das BDA reformieren möchte. Aus diesem Bestreben heraus ist es verständlich, dass man die Leitungsfunktion neu ausschreiben will."

Künftig werde sie im Büro des Generalsekretärs tätig sein "und dort meine Fachexpertise in den Bereichen Denkmalschutz, Baukultur und Denkmalstrategie einbringen". Welche Aufgabe konkret sie übernehmen werde, stehe noch nicht fest.

"Waren in einer personellen Notlage"

Darauf angesprochen, dass der ehemalige Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) nach dem Bericht des Rechnungshofs eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben und eine "Task Force" eingerichtet haben, meinte Neubauer: "Da muss ich etwas klarstellen. Es war so, dass ich schon unter Josef Ostermayer darum gebeten habe, eine Firma zu beauftragen, um sich die Organisation des BDA anzuschauen." Da es sich bei dem Amt um eine nachgeordnete Dienststelle handele, sei man bei den Tätigkeiten eingeschränkt. Hinzu kam: "Wir waren damals in einer Phase, in der wir in einer personellen Notlage waren und Leihkräfte zukaufen mussten, um den Dienstbetrieb überhaupt aufrechterhalten zu können."

Die genannten Minister hätten abwartend reagiert. Als schließlich der Bericht des Rechnungshofes vorlag, "habe ich überraschend den Anruf erhalten, dass sofort eine Firma beauftragt wird, die sich die Struktur anschaut". Das Resultat: "Es hat sich herausgestellt, dass die Struktur des Amtes, wie sie ist, praktikabel ist."

Zu den dennoch eingeforderten Standards bekundete Neubauer: "Wir haben bereits 2015 eine über 400-seitige Publikation ("Standards der Baudenkmalpflege") veröffentlicht, an der wir seit 2011 gearbeitet haben, diese ist auch auf der Website abrufbar und wird auch international gut angenommen. Der Rechnungshof hat die Jahre 2012-14 geprüft. Dass die Standards da schon in Vorbereitung waren, hat sie nicht interessiert." Derzeit befinde man sich in der Evaluierungsphase, ein Qualitätsmanagement sei eingezogen worden, auf der Website gebe es weitere Richtlinien für archäologischen Grabungen, Energieeffizienz, für Bauforschung und Bauaufnahme. Neubauers Fazit: "In der Zeit, als geprüft wurde, waren wir mitten im Reformprozess."

(APA/Red.)

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