AUVA-Reform: "Geht um Entlastung der Arbeitgeber"

Die Obfrau der WGKK, Ingrid Reischl, kritisiert die Reformpläne für die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt. Die Einsparungen würden auf Kassenkosten gehen.

PK PRIMAeRVERSORGUNGSZENTRUM IN WIEN: RENDI-WAGNER/REISCHL
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Ingrid Reisch sieht wenig Positives bei der AUVA-Reform. (Archivbild) – APA/HERBERT PFARRHOFER

Die Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK), Ingrid Reischl, kritisiert die Reformpläne für die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA). "Wenn man Geld entzieht, kann ich es nicht positiv bewerten", sagte sie am Montag: "Das Ganze ist ein Sparprogramm, es geht um Entlastung der Arbeitgeber."

Das einzig Positive sei, dass das Sparvolumen nun nicht mehr 500 Millionen, sondern nur noch 430 Millionen Euro betragen solle und nicht mehr sofort anfalle, meinte Reischl im Vorfeld der AUVA-Vorstandssitzung. Ihre Kritik übe sie "nicht nur als Obfrau der WGKK, die zur Kasse gebeten werden soll", sondern explizit auch als Vorsitzende der Trägerkonferenz im Hauptverband der Sozialversicherungsträger, betonte sie.

Ähnlich wie die AUVA-Betriebsräte hat auch sie wenig Verständnis für die österreichweite Betriebs-GesmbH, in die die AUVA-Unfallspitäler ausgelagert werden sollen. "Eine Auslagerung ist ein erster Schritt in Richtung Privatisierung", sagte Reischl: "Die Unfallheilbehandlung ist aber kein Geschäft." Vorteile einer zentralen Führung der Häuser könne man jedenfalls auch ohne Auslagerung erreichen.

Konzept nicht modern

Generell sei zu kritisieren, dass das von der Regierung verlangte Konzept auf die moderne Arbeitswelt keine Rücksicht nehme. Viel an Arbeitsunfähigkeit habe heute mit psychischer Belastung zu tun, und um diese kümmere sich die AUVA gar nicht. "Das heißt, ein modernes Konzept einer Unfallversicherung müsste sich um die arbeitsbedingten Krankheiten kümmern." Derzeit liege die Zuständigkeit dafür allein bei der Kranken- und der Pensionsversicherung.

Auch das Argument, dass die AUVA im Bereich der Freizeitunfälle von versicherungsfremden Leistungen zu entlasten sei, ließ Reischl nicht gelten. "Also wenn man von Transparenz im Gesundheitswesen spricht, dann sollte man das für alle Träger sehen", betonte sie, "da könnte die Regierung einiges tun". Die nicht kostendeckende Abgeltung des Wochengeldes sowie des Krankengeldes für Arbeitslose und andere versicherungsfremde Leistungen schlage sich allein bei der WGKK mit rund 70 Millionen Euro und in der gesamten Krankenversicherung mit knapp 300 Millionen Euro pro Jahr zu Buche, nannte sie als Beispiel.

(APA)

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