Facebook sperrte FPÖ-nahe Seite "Unzensuriert.at"

Die genauen Hintergründe der Sperre sind vorerst unbekannt. "Unzensuriert.at" ortet einen "Angriff auf die Pressefreiheit".

Screenshot von der Homepage von "Unzensuriert.at"
Screenshot von der Homepage von "Unzensuriert.at"
Screenshot von der Homepage von "Unzensuriert.at" – Screenshot (www.unszensuriert.at)

Der Facebook-Auftritt der FPÖ-nahen Nachrichten-Website "Unzensuriert.at" ist gesperrt worden. Die genauen Hintergründe für die Maßnahme sind laut den Betreibern nicht bekannt. "Unzensuriert.at" ist vor allem bei einem politisch rechtsgerichteten Publikum beliebt. Auch FPÖ-Politiker, wie Parteichef Heinz-Christian Strache, teilen immer wieder gerne die Berichte der 2009 gegründeten Website.

"Offenbar entsprechen die neuesten Aktivitäten auf deiner Seite nicht den Nutzungsbedingungen für Facebook-Seiten", teilte das Social-Media-Unternehmen den Betreibern von "Unzensuriert.at" mit. Man habe natürlich sofort Einspruch erhoben, hieß es in einer Stellungnahme der Redaktion auf der eigentlichen Website. Laut der APA vorliegenden Daten hatte die Facebook-Seite zuletzt rund 60.000 "Likes" - davon (Stand März 2018) gut ein Drittel aus Deutschland.

"Die Maßnahme von Facebook ist freilich in keiner Weise nachvollziehbar und als Angriff auf die Pressefreiheit als auch als Zensur zu werten", kommentierten die Betreiber der Website die Maßnahme. "Offenbar ist Unzenszuriert.at als kritisches Medium dem Mainstream zu unangenehm geworden." Die FPÖ-nahe Seite verbreitet neben Positiv-Berichten über die Freiheitlichen vorwiegend Kritik an der politischen Konkurrenz sowie Berichte über tatsächliche oder angebliche Ausländerkriminalität. Der frühere Chefredakteur der Seite, Alexander Höferl, sitzt im Kabinett von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ). "Unzensuriert.at" ging aus einem Newsletter des früheren FPÖ-Politikers Martin Graf hervor. Die Artikel auf der Seite und oftmals auch User-Kommentare sorgen immer wieder für Empörung.

Mittlerweile gibt es einen neuen Facebook-Auftritt mit vorerst sechs Fans.

 

(APA)

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