Rendi-Wagner und die Politik: Habe "Lebensentscheidung" getroffen

Rendi-Wagner stellte sich in Schwechat als "Kind der Kreisky-Ära" vor. Sie hätte "viele Chancen nicht gehabt, hätte es die Politik der Sozialdemokratie nicht gegeben". Jetzt wolle sie einen Beitrag zurückgeben.

APA/GEORG HOCHMUTH

Pamela Rendi-Wagner hat in ihrer ersten Rede bei einem Parteitag in der Funktion als designierte SPÖ-Chefin betont, eine "Lebensentscheidung" getroffen zu haben. Sie sei zwar erst kurz in der Politik, "aber die Werte der Sozialdemokratie teile ich schon sehr, sehr lange", betonte sie am Samstag vor den niederösterreichischen Genossen in Schwechat. Wieder die Nummer eins zu werden, sei das Ziel.

Sie habe Unterstützung erhalten und Vertrauen bekommen, sagte Rendi-Wagner zu ihrer Bestellung als SPÖ-Chefin. Und sie wisse, dass letzteres zum Teil auch Überwindung gekostet habe. Sie habe "keine leichte Entscheidung", aber eine "Entscheidung für Verantwortung" und für "eine riesengroße Sache, um die es geht" getroffen. Ihre "Lebensentscheidung" sei jedenfalls "goldrichtig".

Rendi-Wagner stellte sich in Schwechat als "Kind der Kreisky-Ära" vor. Sie hätte "viele Chancen nicht gehabt, hätte es die Politik der Sozialdemokratie nicht gegeben". Jetzt wolle sie einen Beitrag zurückgeben.

"Wir haben ein anderes Menschenbild als Schwarz-Blau"

Die Neo-SPÖ-Chefin stellte einmal mehr fest, dass Geburt, Herkunft, Geschlecht, Hautfarbe nicht über Chancen der Menschen entscheiden dürften. "Das ist unser Alleinstellungsmerkmal, wir haben ein anderes Menschenbild als die schwarz-blaue Bundesregierung."

"Ihr könnt mir vertrauen", versprach die neue Vorsitzende den Delegierten in Schwechat. "Ich vertraue euch", fügte sie hinzu, weil sie diese Verantwortung "niemals allein stemmen" könne. Rendi-Wagner rief auch dazu auf, mehr Vertrauen in die Partei zu haben und stolz auf selbige zu sein, auf Leistungen ebenso wie auf Werte.

Kritik an der Bundesregierung übte sie etwa im Zusammenhang mit dem Zwölf-Stunden-Tag und der 60-Stunden-Woche, beides "angeblich freiwillig", an der Abschaffung der Aktion 20.000, die zynischer Umgang mit Arbeitnehmern sei, oder an der Absage an die Ausbildungsgarantie bis 25. "Es braucht uns mehr denn je", betonte sie vor den "Genossinnen und Genossen" in Schwechat.

Die SPÖ werde für die Menschen kämpfen, "die uns brauchen", kündigte Rendi-Wagner an. Es gehe um soziale Wärme, Gerechtigkeit und eine fairen Leistungsbegriff.

"Ich will, dass wir unser Modell sind"

Die SPÖ soll aus der Sicht ihrer neuen Chefin eine moderne, progressive, weltoffene Partei sein. Und sie soll sich nicht nur über den politischen Gegner definieren. "Ich will, dass wir unser Modell sind."

Rendi-Wagner gab sich in Schwechat überzeugt, "dass wir das Vertrauen der Menschen bekommen werden". Gemeinsam wolle sie "ein neues Kapitel in der SPÖ starten". Anstehende Wahlen (Arbeiterkammer, EU, Wien, Anm.) würden den "Unterschied zwischen uns und den Herausforderern zeigen".

Die SPÖ stelle viele Fragen, was auch "gut so" sei, sagte Rendi-Wagner. Aber die Partei solle auch den Mut haben, den Menschen "einfachere, verständlichere, direktere Antworten" zu geben.

(APA)

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