Belvedere: Drozda stimmte Mitnahme von Gemälde nicht ab

Dass Thomas Drozda ein vom Belvedere verliehenes Bild vom Kanzleramt in die SPÖ-Klubräumlichkeiten mitnahm, war genehmigt - die Verlegung in die rote Zentrale hingegen nicht. Das Gemälde soll diese Woche zurückgegeben werden.

Thomas Drozda vor dem geliehenen Gemälde.
Thomas Drozda vor dem geliehenen Gemälde.
Thomas Drozda vor dem geliehenen Gemälde. – (c) Clemens Fabry (Presse)

Das Belvedere hat sich am Montag zur "Causa Kunst" gemeldet. Gemeint ist der Umstand, dass der nunmehrige SPÖ-Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda ein verliehenes Gemäldes in die SPÖ-Parteizentrale in der Löwelstraße mitgenommen hat. Dieser Vorgang sei nicht mit dem Museum abgestimmt gewesen, heißt es aus dem Belvedere. Lediglich der Wechsel vom Bundeskanzleramt in die roten Klubräumlichkeiten sei genehmigt und per E-Mail bestätigt worden, wird in einer Stellungnahme betont.

Der Hintergrund: Wie die "Presse" berichtet hat sorgt aktuell ein das Bild "Im Raum drinnen II" von Kurt Kocherscheidt, das Drozda als Fotohintergrund in die Parteizentrale stellen ließ, für Aufregung. Das Bild wurde 2014 um knapp 19.000 Euro vom Belvedere angekauft und dem Bundeskanzleramt 2016 als Leihgabe überlassen. Nach seinem Ausscheiden aus dem Ministerjob hat Drozda das Werk in sein Parlamentsbüro übersiedelt. Dies sei mit dem Belvedere auch vereinbart gewesen, hieß es am Wochenende aus der SPÖ.

Das Belvedere wurde Anfang Dezember 2017 vom Bundeskanzleramt per E-Mail darüber informiert, dass Drozda das Gemälde übersiedeln möchte. Der Standortwechsel sei vonseiten des Belvedere genehmigt und ebenfalls per E-Mail bestätigt worden. Der Transport wurde vom Bundeskanzleramt organisiert und per 12. Dezember wurde in der Datenbank des Museums der neue Standort verzeichnet.

Der zweite Wechsel vom Parlament in das Büro der SPÖ-Parteizentrale wurde allerdings nicht mit dem Museum abgestimmt, hieß es weiters. Die Rückholung des Werkes wurde, wie von der SPÖ am Wochenende angekündigt, für diese Woche vereinbart. Laut Angaben des Belvedere kommt das Bild nun ins Depot.

Die ÖVP hatte am Wochenende Kritik an den Vorgängen geübt. Der türkise Generalsekretär Karl Nehammer forderte Parteichefin Pamela Rendi-Wagner per Aussendung auf, die Vereinbarung für die Standortänderung des vom Belvedere geliehenen Bildes vorzulegen und damit für Transparenz zu sorgen.

(APA/Red.)

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