Pensionen: „Reparatur dringend“

Die Neos kritisieren zu langsames Regierungstempo.

Wien. Er sei verwundert über die Aussagen von Stefan Schnöll, dem Chef der Jungen ÖVP. Das erklärte Neos-Sozialsprecher Gerald Loacker am Freitag. Im Sinn der nächsten Generation dürfe man nämlich nicht mehr warten, sondern müsse das heimische Pensionssystem „dringend reparieren“, meinte der pinke Abgeordnete.

Schnöll hatte in der „Presse“ (Freitagausgabe) erklärt, dass man zwar über die Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters diskutieren könne, aber erst in der nächsten Legislaturperiode. Jetzt gehe es einmal darum, das faktische Pensionsalter (also, wann jemand tatsächlich in Pension geht) anzuheben, erklärte Schnöll, der als Vertrauter von Kanzler Sebastian Kurz gilt.

Loacker ist das zu wenig: „In den vergangenen neun Jahren ist die Lebenserwartung der österreichischen Pensionisten glücklicherweise um 1,5 Jahre gestiegen. Gleichzeitig bleibt die Zahl der Beitragsmonate, mit denen die Österreicher in Pension gehen, konstant. Besonders für die heute junge Generation wird sich das mathematisch nicht mehr ausgehen.“

 

Zuschläge und Abschläge?

Die Neos wollen die bestehende Altersversorgung gegen die sogenannte Flexipension tauschen. Sie soll die Möglichkeit bieten, den Zeitpunkt des Pensionsantritts selbst zu wählen. Wer früher geht, muss aber mit Abschlägen rechnen, wer später geht, erhält Zuschläge. Die steigende Lebenserwartung soll bei diesem System berücksichtigt werden.

Auch der ÖVP-Seniorenbund erklärte zuletzt, dass man über ein höheres gesetzliches Pensionsalter werde diskutieren müssen. Im Regierungsprogramm von ÖVP und FPÖ findet die Frage des gesetzlichen Pensionsalters keine Erwähnung. (aich/red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.01.2019)

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