Bahnhof statt Schloss: Neue Heimat für rote Denker

Das Renner-Institut bezog seine neuen Räumlichkeiten. Es brauche die Bildungseinrichtungen der Parteien, erklärte die neue Akademiepräsidentin, Doris Bures. Der Fokus der Arbeit liegt auf dem Thema Digitalisierung.

Direktorin Maria Maltschnig (l.) und Präsidentin Doris Bures freuen sich über ihre neuen Räume.
Direktorin Maria Maltschnig (l.) und Präsidentin Doris Bures freuen sich über ihre neuen Räume.
Direktorin Maria Maltschnig (l.) und Präsidentin Doris Bures freuen sich über ihre neuen Räume. – (c) APA/ROLAND SCHLAGER

Wien. Die Farbe riecht frisch, der Fußboden und die meisten Möbel sind in einem auffälligen Rotton gehalten. „Wir haben uns bewusst für diese Grundfarbe entschieden“, erzählt Direktorin Maria Maltschnig, während sie am Montag durch die neuen Räumlichkeiten des Karl-Renner-Instituts führt.

Das Rote, es soll in der SPÖ-Bildungsakademie gespürt werden. War diese bisher im Schloss Altmannsdorf in Wien Meidling situiert, zog die Akademie nun in einen Bürobau in unmittelbarer Nachbarschaft zum Hauptbahnhof um. Die neuen Räumlichkeiten sind kleiner (knapp 1000 statt 1800 Quadratmeter), aber moderner und verkehrstechnisch besser angebunden. Und sie sind billiger. Musste sich die rote Akademie bisher um den Erhalt des Schlosses und der Bäume im dazugehörigen Park kümmern, spart die Akademie nun 100.000 Euro im Jahr ein.

Das Geld soll in die Programme fließen. Neu ist auch die Präsidentin der Akademie: Dieses Amt übernahm kürzlich Doris Bures, im Hauptberuf Zweite Nationalratspräsidentin. Zuvor war Christian Kern der Akademie vorgestanden. „Die SPÖ hat sich aus einem Arbeiterbildungsverein gegründet. Am Anfang der Bewegung stand die Bildung“, sagte Bures am Montag, um die Bedeutung der Akademie hervorzuheben. Bildung sei eine Lebensfrage der Demokratie, meinte Bures. Es brauche daher die Akademien der Parteien.

Das Renner-Institut soll als Thinktank für den Austausch zwischen Wissenschaftlern und Partei sorgen. Verstärkt wolle man die Angebote aber an die Bevölkerung abseits von Parteifunktionären richten, erklärte Maltschnig. Zu nennen sei hier insbesondere der Lehrgang zur digitalen Zivilcourage. Überhaupt liege der Schwerpunkt auf der Digitalisierung.
Für ihre Akademien erhalten die Parteien einen eigenen Geldbetrag vom Staat. Die Höhe richtet sich nach dem Ergebnis bei der Nationalratswahl. Die SPÖ hat einen jährlichen Anspruch von 2,5 Mio. Euro für ihre Akademie.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.01.2019)

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