Wieder Proteste gegen Akademikerball erwartet

Vizekanzler Heinz-Christian Strache wird voraussichtlich wieder am Ball teilnehmen. FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker kritisiert die Opposition, deren Mobilisierung auf der Straße "die Gesellschaft spaltet".

++ HANDOUT ++ WIENER AKADEMIKERBALL 2018
++ HANDOUT ++ WIENER AKADEMIKERBALL 2018
Teilnehmer des Akademikerball 2018. – APA/FPÖ/ROBERT LIZAR

Am Freitag (25. Jänner) findet in der Wiener Hofburg wieder der freiheitliche Akademikerball statt. Wie in den Jahren davor werden auch heuer wieder Proteste gegen den Ball erwartet. Die "Offensive gegen Rechts" hat bereits zu einer Demonstration geladen. Für den Ball erwarten die Organisatoren eine Rekord-Besucherzahl. Auch FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache will wieder das Tanzbein schwingen.

FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker befürchtet rund um den heurigen Akademikerball verstärkte Proteste. Grund für diese Annahme sei das Vorgehen der Opposition, die immer öfter auf Protest auf der Straße setzen würde, sagte der Nationalratsabgeordnete im Interview mit der APA: "Das ist schon der neue Stil, der leider Gottes in der Republik ausgebrochen ist: Dass man immer sofort die Straße zur Hilfe ruft seitens der Opposition." Das, meint Hafenecker, würde die Gesellschaft spalten und Aggressionen schüren. Er selbst habe den Großteil seiner Lebenszeit mit Regierungen gelebt, "die ich nicht gewählt habe". "Aber ich habe trotzdem nie das Verlangen verspürt, dass ich gegen irgendjemanden auf die Straße gehe, denn demokratische Mehrheiten sind zu akzeptieren", sagte Hafenecker.

Proteste gegen Burschenschafter

Der Akademikerball sorgt seit Jahren für teils wütende Proteste aus dem linken Lager. Der Unmut richtete sich stets vorwiegend gegen deutsch-nationale Burschenschafter, die bereits seit 1952 die Veranstaltung ausrichten und prägen. Bis 2012 wurde die Veranstaltung vom Wiener Korporationsring (WKR) organisiert. Nach Differenzen mit der Wiener Hofburg übernahm die FPÖ Wien, die ihn in Akademikerball umtaufte. Weiterhin tanzen dort neben freiheitlicher Prominenz und Burschenschaftern auch rechte Politiker aus ganz Europa. Kritiker sehen im Ball ein internationales Vernetzungstreffen Rechtsextremer.

Ungeachtet der Kritik nahmen beim letztjährigen Ball - erstmals als Vizekanzler - auch FPÖ-Parteichef Strache und zahlreiche weitere blaue Spitzenpolitiker teil, etwa der geschäftsführende Obmann des FPÖ-Nationalratsklubs Johann Gudenus. Sowohl Strache wie auch der FP-Klubchef werden auch heuer wieder am Ball erwartet, hieß es im Vorfeld aus der Partei.

Großer Karten-Ansturm

Ballorganisator Udo Guggenbichler berichtet im Vorfeld des Balles von einem großen Ansturm auf die Karten, er rechnet mit einer Rekord-Besucherzahl. Mit-Grund dafür sind seiner Meinung nach die in den letzten Jahren immer besser gewordenen polizeilichen Sicherheitsmaßnahmen rund um den Ball, die gut gegriffen hätten, wie er zur APA sagte.

Auch habe man die eigenen Sicherheitsmaßnahmen bereits wieder mit der Polizei abgestimmt, berichtete Guggenbichler. Gleichzeitig betonte er, er unterstütze natürlich das Demonstrationsrecht. "Aber ich rufe die Demonstranten dazu auf, von Gewalt abzusehen."

Das Bündnis "Offensive gegen Rechts" hat bereits in der vergangenen Woche zur Teilnahme an der "Demonstration gegen den FPÖ-Burschiball" aufgerufen. "Zeigen wir erneut, was wir von den elitären, rassistischen, sexistischen, antisemitischen und homophoben Burschenschaftern halten. Zeigen wir, dass unser Widerstand kein Ende finden wird", heißt es im Demo-Aufruf. Man werde Schwarz-Blau "und ihren völkischen Burschenschaftern" "keine Atempause" lassen, so die Organisatoren.

Die Polizei wird kommende Woche über allfällige Maßnahmen und Sperren rund um den Veranstaltungsort informieren. Zu rechnen sein dürfte jedenfalls mit großflächigen Verkehrsbehinderungen und Platzsperren rund um die Wiener Innenstadt.

(APA)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgekauft
    Meistgelesen
      Kommentar zu Artikel:

      Wieder Proteste gegen Akademikerball erwartet

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.