Philosoph Levy tritt für Sanktionen gegen Österreich ein

Der Philosoph kritisiert die Koalition aus ÖVP und FPÖ - und geht mit Kanzler Kurz ins Gericht: "Euer Kurz hat etwas von Donald Trump an sich, das ich nicht mag."

Bernard-Henri Levy
Bernard-Henri Levy
Bernard-Henri Levy – Reuters

Der französische Philosoph Bernard-Henri Levy tritt am 18. März im Wiener Theater Akzent mit dem Ein-Mann-Bühnenstück "Looking for Europe" auf. Ein Termin, den er zum Anlass nahm, um die Bundesregierung zu kritisieren und sich für Sanktionen gegen Österreich auszusprechen. "Ich kann keine hohe Meinung von einem Kanzler haben, der in seiner Regierung Vertreter einer Partei, der FPÖ, hat, die von Nazi-Regime-Nostalgikern gegründet wurde", sagte Levy dem "Kurier".

"(Bundeskanzler, Anm.) Sebastian Kurz kann uns erzählen, was er will: Diese Erbsünde bleibt. Und es bleibt, in seiner eigenen Partei (ÖVP, Anm.), der Nationalismus, dieser populistische Rückzug, der in Europa immer zum Schlechtesten geführt hat", so der streitbare französische Intellektuelle. Als Beispiele nannte er die Frage der Migranten, die Begrenzung der Emissionen sowie der Finanzierung der Grenzkontrollagentur Frontex. "Euer Kurz hat etwas von Donald Trump an sich, das ich nicht mag und das vor allem nicht auf der Höhe der großen Vergangenheit Österreichs ist", kritisierte Levy.

Levy: "Europa ist kein Gasthaus"

Die Ablehnung des UNO-Migrationspakts durch Österreich sei nicht richtig gewesen, meinte der prominente Philosoph, "weder um die Probleme zu lösen, noch um die Idee und die Werte Europas zu würdigen. Und es würdigt auch nicht die Vertrauensvereinbarung, auf der die Europäische Union fußt".

Gegen die erste ÖVP-FPÖ-Regierung im Jahr 2000 seien "für Geringeres Sanktionen angestrebt" worden. "Diese Entschiedenheit müssten wir heute wieder haben. Europa ist kein Gasthaus, in dem man nur das bestellt, was einem passt. Daher, ja, bin ich für Sanktionen gegen das Österreich von Kurz", sagte Levy.

Der Philosoph, der im Frühjahr 2011 den damaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy dazu gebracht hatte, die Anführer der libyschen Opposition zu empfangen und damit letztlich den Anstoß für ein militärisches Eingreifen in Libyen gegeben hatte, hatte Bundeskanzler Kurz bereits Ende Jänner kritisiert und in einem "Presse"-Interview als "Gegenteil" des französischen Präsidenten Emmanuel Macron bezeichnet.

>>> Levy im "Kurier"

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(APA/Red.)

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