Maler Odin Wiesinger nun fix in Oberösterreich im Landeskulturbeirat

Der Lieblingskünstler von Norbert Hofer steuerte in der Vergangenheit Werke für "Info-Direkt" und "Aula" bei.

++ ARCHIVBILD ++ ODIN WIESINGER
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Odin Wiesinger ist fix Mitglied des Landeskulturbeirats in Oberösterreich. – APA/WALTER WOBRAZEK

Der Andorfer Maler Odin Wiesinger, seit dem Präsidentschaftswahlkampf als Lieblingskünstler von Norbert Hofer bekannt, soll Mitglied des oberösterreichischen Landeskulturbeirates werden. Die FPÖ hat ihn nominiert.

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Die Liste aller Kandidaten wurde Montag der Landesregierung zum Beschluss vorgelegt. Für Wiesinger stimmte die Koalition aus ÖVP und FPÖ. Die Landesräte Birgit Gerstorfer (SPÖ) und Rudolf Anschober (Grüne) stimmten gegen Wiesinger. Wiesinger hat u. a. für das rechte Magazin "Info-Direkt" und für die im Vorjahr eingestellte "Aula" Werke beigesteuert.

Damit übernehme eine Person, die "in rechtsextremen Medien publiziert und immer wieder Nähe zu NS-Ideologien anklingen lässt, eine offizielle Funktion des Landes", sagte Gerstorfer. Sie hatte vor der Sitzung den Antrag gestellt, die Nominierung Wiesingers zurückzustellen. Auch die Grünen wollten in der Causa "nochmal einen Schritt zurückgehen".

Zeichnung für rechten Kongress in Linz

Die FPÖ sehe keine Bedenken mit der Ernennung, bestätigte ein Sprecher von Landesparteichef und Landeshauptmannstellvertreter Manfred Haimbuchner diese am Sonntag. Das Büro von Landeshauptmann und Kulturreferent Thomas Stelzer (ÖVP) verwies am Sonntag darauf, dass die Statuten des Landeskulturbeirats "ein eigenständiges Nominierungsrecht für alle im Landtag vertretenen Parteien" vorsehe.

Der Maler, der eigentlich Manfred mit Vornamen heißt, hat sich seinen "Couleurnamen" Odin (eine germanische Gottheit) von seiner Burschenschaft beibehalten. 2016 hatte er von "Info-Direkt" den Auftrag erhalten, für die aktuelle Ausgabe zu dem in Linz stattfindenden rechten Kongress "Verteidiger Europas" das Titelbild zu gestalten. Sein Werk "Junger Verteidiger Europas" sollte laut dem Magazin bei dem rechten Treffen versteigert werden. Laut Wiesinger sei der Jüngling mit einem Holzschwert die bildhafte Darstellung des Sprichwortes: "Was du liebst, musst du verteidigen; und wäre deine Waffe aus Holz!"

>> Kommentar: Der FPÖ-Maler und seine ekelhaften Facebook-Postings [premium]

In der deutschen rechten Zeitung „Junge Freiheit“ sagte Wiesinger 1998 über seine Einschätzung zeitgenössischer Arbeiten: "Die gegenwärtige, offizielle 'Kunst-Szene'? Kurz gesagt ist das zum überwiegenden Teil für mich die Diktatur des Hässlichen, Minderwertigen, Würde- und Maßlosen! Verschüttete und verschmierte Farbe nach Art der Primaten in der Malerei, Pornographie und Gestammel auf den Bühnen.“ (Der Text - "Ein kultisches Element. Ein Gespräch mit Odin Wiesinger über Germanen, Vorväter und Mythologie" ist im Archiv der „Jungen Freiheit“ abzurufen. Die Zeitung gilt als weit rechts stehend, Anm.)

Auch mit Facebook-Postings fiel Wiesinger in der Vergangenheit auf; das Onlinemedium „Vice“ berichtete 2016 darüber. Auch Wiesinger bezog damals Stellung (der Artikel, „Selten so ein hässliches und dummes Stück Fleisch gesehn!“, ist bei „Vice“ nachzulesen).

Gutschein für Gemälde für Pühringer

Der 1961 geborene Innviertler ist bei den Freiheitlichen ein gern gesehener Künstler. Er ist nicht nur mit Hofer sondern auch mit dem ehemaligen dritten Nationalratspräsidenten und ebenfalls schlagenden Burschenschafter Martin Graf befreundet. So haben einige von Wiesingers Werke - die er auch für das als rechtsextrem eingestufte und inzwischen eingestellte Blatt "Aula" malte - die Tradition der Studentenverbindungen zum Thema. Als Abschiedsgeschenk bekam Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) 2017 von Haimbuchner einen Gutschein für ein Gemälde von dem strittigen Künstler überreicht. Und jetzt soll er für die Blauen in den Landeskulturbeirat einziehen.

Insgesamt werden neun von der Politik bestimmte Personen in dem beratendem Gremium sitzen. Zudem konnten sich Kulturschaffende und Kultureinrichtungen für die Mitgliedschaft bewerben oder Persönlichkeiten dafür vorschlagen. Am 8. Juni beginnt die neue, vierjährige Funktionsperiode.

(APA)

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