''Des is ka Falle'': Zitate aus dem Strache-Video

Der "Spiegel" und die "Süddeutsche Zeitung" haben am Freitag ein Video veröffentlicht, das Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) offenbar vor der Nationalratswahl 2017 bei einem Gespräch auf Ibiza mit einer vermeintlichen Nichte eines russischen Oligarchen zeigt. Im Folgenden Zitate aus dem nur in Auszügen veröffentlichten Mitschnitt.

"Ja, es gibt ein paar sehr Vermögende. Die zahlen zwischen 500.000 und eineinhalb bis zwei Millionen...Die zahlen aber nicht an die Partei, sondern an einen gemeinnützigen Verein...Das musst Du (der ebenfalls anwesende Klubchef Johann Gudenus übersetzt ins Russische, Anm.) erklären: Verein. Du musst erklären, dass das nicht an den Rechnungshof geht."

Strache erklärt offenbar den Modus operandi, um Spenden am Rechnungshof vorbeizulotsen.

"Die Spender, die wir haben, sind in der Regel Idealisten. Die wollen Steuersenkungen...Gaston Glock als Beispiel...(Gudenus übersetzt neuerlich ins Russische)...genau, Heidi Horten ist ein Beispiel. Rene Benko, der die ÖVP und uns zahlt...einer der größten Immobilienmakler Österreichs. Novomatic zahlt alle."

Strache spricht über angebliche Spender, die bereits Zahlungen leisten. Diese haben bereits dementiert.

"Schau, wenn sie (die russische Gesprächspartnerin, Anm.) wirklich vorher die Zeitung übernimmt...Wenn's wirklich vorher, um diese Wahl herum, zwei, drei Wochen vorher...die Chance gibt, über diese Zeitung uns zu pushen...brauch ma gor ned reden...dann passiert ein Effekt, den die anderen ja nicht kriegen...also schau, wenn das Medium zwei, drei Wochen vor der Wahl, dieses Medium, auf einmal uns pusht...dann hast Du Recht...dann machen wir nicht 27, dann machen wir 34 (Prozent, Anm.)"

Strache zu etwaiger Einflussnahme auf die "Kronen Zeitung"

"Schau, schau, sobald sie (die russische Gesprächspartnerin, Anm.) die Kronen Zeitung übernimmt...sobald das der Fall ist, müssen wir ganz offen reden...Da müssen wir uns zusammenhocken, müssen sagen: So, da gibt es bei uns in der Krone, zack, zack, zack, drei, vier Leute, die müssen gepusht werden. Drei, vier Leute, die müssen abserviert werden. Und wir holen gleich noch mal fünf neue rein, die ma aufbauen. Und das ist der Deal."

Und die Sicherung von mehr Einfluss auf die größte österreichische Tageszeitung.

"Schau, und dann sind wir genau beim Thema Strabag, Autobahnen. Du, das Erste in einer Regierungsbeteiligung, was ich heute zusagen kann, ist: Der Haselsteiner (Hans Peter, Anm.) kriegt keine Aufträge mehr. So, dann haben wir ein Riesenvolumen an infrastrukturellen Veränderungen. Wenn da eine Qualität da ist und ein qualitativer Anbieter da ist...bin ich der Erste, der sagt...dann sag' ich ihr, dann soll sie nämlich eine Firma wie die Strabag gründen, weil alle staatlichen Aufträge, die jetzt die Strabag kriegt, kriegt sie dann."

Strache über die Strabag und die mögliche Auftragsvergabe unter seinem Regierungseinfluss.

"Wennst die Kronen Zeitung hast, bist der bestimmende Faktor. Und wenn du darüber hinaus einen TV-Sender noch lukrierst, bestimmst du alles."

Strache über seine Medienpläne.

"Würden wir in einer Regierungsbeteiligung sein, würden wir uns sogar vorstellen können, einen Sender zu privatisieren. Da gibt's natürlich dann Interessenten unterschiedliche .... Wir könnten uns vorstellen, den ORF auf völlig neue Beine zu stellen."

Straches Strategie für den ORF.

"Der Verein ist gemeinnützig, der hat mit der Partei nichts zu tun. Dadurch hast du keine Meldungen an den Rechnungshof. Das ist ein gemeinnütziger Verein mit drei Rechtsanwälten. Der hat ein Statut: Österreich wirtschaftlicher gestalten."

Strache über die Möglichkeit, zu spenden.

"Falle, Falle, eine eingefädelte Falle." - Strache hat Bedenken.

"Des is ka Falle." - Gudenus beruhigt.

"Du hast die Waffe in der Hand, dass alle dich schalten und walten lassen in Österreich."

Strache neuerlich über die "Kronen Zeitung", die er auch als "Machtmonopol" bezeichnet, das "andere Geschäftszweige" eröffne.

Ein "großer Player", der "für Orban alle ungarischen Medien der letzten 15 Jahre aufgekauft und für ihn aufbereitet."

Der FPÖ-Chef über den österreichischen Investor Heinrich Pecina.

"Wir wissen, dass wir 24 Stunden beobachtet werden, dass man uns bei jeder Kleinigkeit vernichten will."

Ein Anflug von Misstrauen bei Strache.

"Solange ich nicht tot bin, hab' ich die nächsten zwanzig Jahr noch das Sagen."

Strache glaubt nicht an eine kurze politische Halbwertszeit.

"Bist du deppert, die ist schoarf."

Strache ist von seiner Gesprächspartnerin sichtlich angetan.

"Aber es muss immer rechtskonform, legal und mit unserem Programm übereinstimmen."

Strache definiert rote Linien.

"I'm the Red Bull brother from Austria."

Der FPÖ-Chef über seine Vorliebe für den Energydrink.

"Die Hunde haben dicke Kohle."

Strache wenig charmant über chinesische Investoren.