Was wird aus Straches Facebook-Seite?

Johann Gudenus ist auf Facebook verschwunden. Strache bleibt und zeigt sich kämpferisch.

Facebookseite von Strache
Facebookseite von Strache
Facebookseite von Strache – (c) Screenshot

Wien. Am Samstag hat Johann Gudenus nach dem veröffentlichten „Ibiza-Video“ alle politische Funktionen zurückgelegt. Am Sonntag gab er bekannt, dass er als weitere Konsequenz auch aus der Partei austreten werde. Knapp 24 Stunden später löschte Gudenus auch seine digitale Polit-Laufbahn. Der Facebook-Account war am Montagabend nicht mehr aufrufbar. Ob gelöscht oder nur vorerst deaktiviert, ist ungewiss.

Beides ist technisch auf Facebook möglich. Anders bei Heinz-Christian Strache (FPÖ): Nach dem Auftauchen der inkriminierenden Aufnahmen legte er am Samstag zwar medienwirksam ebenfalls seine Ämter zurück. Dabei entschuldigte er sich für die „b'soffene Geschichte“ auf Ibiza. Nach einer kurzen Funkstille wurde er auf Facebook wieder aktiv. Ein Beitrag zu einem Datenschützer, der sich kritisch zu den Aufnahmen äußert. Und dazwischen „FPÖ – Jetzt erst recht“-Parolen. Er zeigt sich wieder gewohnt kämpferisch.

Mit knapp 800.000 Facebook-Likes ist es die reichweitenstärkste Seite eines österreichischen Politikers und einer Partei. Laut Impressum ist sie im Besitz der FPÖ und nicht Straches eigene Seite. Davon hat er auch eine. Für den bevorstehenden Wahlkampf eine entscheidende Plattform, um Inhalte zu propagieren. Dem designierten FPÖ-Obmann Norbert Hofer folgen nur knapp 340.000 Menschen. Bei Herbert Kickl sind es knapp Hunderttausend. Auf Anfrage der „Presse“ herrschte Ratlosigkeit bei der Frage über die (digitale) Zukunft von Heinz-Christian Strache. (bagre)


[PHDA0]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.05.2019)

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