Der fünfte türkise Triumph für die Volkspartei

Die Nationalratswahl 2017 und drei von vier Landtagswahlen im Jahr 2018 konnte Kanzler Kurz für sich und seine „neue“ ÖVP verbuchen. Doch es gibt auch „Sonderfälle“.

Sebastian Kurz am EU-Wahlabend
Sebastian Kurz am EU-Wahlabend
Sebastian Kurz am EU-Wahlabend – (c) Reuters

Den fünften Triumph unter Parteichef Sebastian Kurz konnte die ÖVP bei der EU-Wahl am Sonntag erringen - und dazu auch gleich einen österreichischen Rekord aufstellen; nämlich das beste je erreichte Ergebnis bei dem Urnengang zum Europäischen Parlament. Begonnen hat die „Siegesserie“ mit dem Machtwechsel bei der Nationalratswahl am 15. Oktober 2017, die Kurz zum Kanzler machte. Danach verbuchte die Volkspartei von den vier Landtagswahlen des Jahres 2018 drei als Erfolge. Und die EU-Wahl gewann sie nun mit rund 35 Prozent (laut vorläufigem Endergebnis ohne Briefwahl), obwohl nur wenige Tage zuvor Türkis-Blau zerbrochen ist und Kurz Neuwahlen ausgerufen hat.

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Vorfälle, die sich jedenfalls positiv auf die Wahlbeteiligung ausgewirkt haben: Diese wuchs auf deutlich mehr als 50 Prozent an. Ein weiterer Rekord: Die ÖVP erzielte ein Rekordplus und damit einen Rekordabstand zur zweit platzierten SPÖ.

Zurück zur Nationalratswahl 2017. Damals reichten der ÖVP, die erstmals als „Liste Sebastian Kurz - die neue Volkspartei“ an den Start ging, 31,47 Prozent, um die SPÖ vom Thron zu stoßen.

Ihre Ergebnisse nach oben schrauben konnte die nunmehr nicht in schwarzer, sondern in türkiser Farbe auftretende Volkspartei auch bei den Landtagswahlen 2018: In Tirol kam Landeshauptmann und ÖVP-Chef Günther Platter über die 40er-Marke, in Niederösterreich hielt sich die ehemalige Innenministerin Johanna Mikl-Leitner in ihrer ersten Wahl in der Nähe der Mandatsabsoluten - und in Salzburg baute Wilfried Haslauer den 2013 zurückgeholten ersten Platz mit einem starken Plus deutlich aus.

Sonderfall Kärnten

Lediglich im roten Kärnten gab es nichts zu feiern - denn auch dort triumphierte der Landeshauptmann, also Peter Kaiser von der SPÖ. Nun aber könnte das südlichste Land womöglich doch einen anderen Anstrich bekommen - zumindest im Endergebnis der EU-Wahl. Denn die ÖVP ist knapp dran, den Sozialdemokraten hier im Endspurt noch den ersten Platz streitig zu machen.

Bereits gedreht hat die ÖVP die Farbenlehre im Burgenland. Gemäß dem vorläufigen Endergebnis ohne Briefwahlstimmen wurde die ÖVP bei der EU-Wahl im östlichsten Bundesland mit 35,84 Prozent Erste vor der SPÖ mit 32,92 Prozent. Was das für die Landtagswahl bedeutet, wird man schon im Jänner 2020 sehen. Denn Landeshauptmann Hans Peter Doskozil hat die Wahl, in Abstimmung mit dem Koalitionspartner FPÖ, ein wenig vorverlegt.

In Wien, das ebenfalls nächstes Jahr wählt, überholte die ÖVP bei der EU-Wahl die FPÖ und die Grünen und ist jetzt Zweite - allerdings mit großem Abstand zur SPÖ.

Österreich im Detail

(Red./APA)

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