Soko-Ibiza nimmt ihre Arbeit auf

Die Staatsanwaltschaft Wien bekommt bei ihren Ermittlungen Unterstützung von Bundeskriminalamt und dem Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung. Heinz-Christian Strache erstattete auch in Deutschland Anzeigen.

++ ARCHIVBILD ++ RUeCKTRITT STRACHE UND GUDENUS
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Gudenus und Strache sind mittlerweile von allen Ämtern zurückgetreten. – APA/HELMUT FOHRINGER

Im Bundeskriminalamt wurde nun eine „Soko-Ibiza“ eingerichtet. Das bestätigt die Staatsanwaltschaft Wien auf „Presse"-Anfrage. Die neu geschaffene Einheit, die von Mitarbeitern des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) unterstützt wird, soll die Staatsanwaltschaft Wien bei ihren Ermittlungen unterstützen.

Die befasst sich mit der Entstehung des Videos und hat ein Ermittlungsverfahren gegen die mutmaßlichen Urheber eingeleitet. Derzeit gibt es drei Tatverdächtige und mehrere unbekannte Verdächtige. Im Fokus der Ermittlungen steht Julian H. Er mimt in dem Video den Begleiter der falschen Oligarchennichte, er soll mit seiner Münchner Detektei dazu den Videodreh technisch abgewickelt haben. Zwei ehemalige Angestellte werden ebenfalls beschuldigt.

Einer der Drahtzieher ist außerdem der Wiener Anwalt M., der mehrfach versucht haben soll, das Video zu verkaufen. Außerdem fand ein erstes Treffen mit dem Lockvogel und Ex-FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus in seiner Kanzlei statt. Er soll die falsche Oligarchennichte sowie ihren Begleiter als langjährige Mandanten und Freunde vorgestellt haben. M. hat eine Involvierung in die Causa bereits zugegeben, war zu weiteren Stellungnahmen aber nicht bereit.

Blaue Kreise, Waffenhändler und ein Glücksspielkonzern

Neben der Staatsanwaltschaft Wien ermittelt auch die Wirtschafts- und Korrutpionsstaatsanwaltschaft (WKStA). Sie beschäftigt sich mit dem Inhalt des Videos, überprüft mögliche strafbare Handlungen von Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und Gudenus. Auch gegen den Nationalratsabgeordneten Markus Tschank soll ermittelt werden. Er war  in Organfunktionen mehrerer Vereine, über die Parteispenden abgewickelt worden sein sollen. Wietschaftsprüfer haben keine Auffälligkeiten festgestellt. Der Verdacht der WKStA: Untreue, Anstiftung zur Untreue und Vorteilannahme zur Beeinflussung.

Laut „Profil“ konzentrieren sich die Ermittlungen aber nicht nur auf das blaue Trio Strache, Gudenus und Tschank. Verdächtig sind darüber hinaus auch „unbekannte Täter“.

Anzeigen in München und Hamburg

Strache beschäftigt auch die deutsche Justiz mit der Suche nach den für das Lockvogel-Video Verantwortlichen. Er hat  Anzeige gegen alle Personen erstattet, "die für die Herstellung, Verbreitung und Veröffentlichung des sog. Ibiza-Videos mitwirkend verantwortlich sind". Sowohl die Staatsanwaltschaft München als auch die Staatsanwaltschaft Hamburg haben dem „„Standard“ bestätigt, dass Anzeigen Straches eingegangen sind. Jetzt werde geprüft, ob die Straftatbestände "Zugänglichmachen von Bildaufnahmen, die geeignet sind, dem Ansehen der abgebildeten Person erheblich zu schaden" und "Zugänglichmachen von höchstpersönlichen Bildaufnahmen" erfüllt sind, teilten die Münchner Ankläger mit.

 

 

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