Kickl ortet neue Indizien für "schwarzes Netzwerk" in Ministerien

Der FPÖ-Klubobmann sieht den neuen Justizminister gefordert. Und gibt diesem einen Rat: Er solle eine Task-Force "aus Leuten, die nicht in Verdacht stehen, Teil dieses Netzwerks zu sein“, bilden.

FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl
FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl
FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl – APA/HERBERT NEUBAUER

Der geschäftsführende FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl wirft der Justiz vor, per Weisung ein Verfahren verschleppt zu haben. Konkret geht es um den einst im Innenministerium angesiedelten Wiener Stadterweiterungsfonds, dem fragwürdige Gegengeschäfte vorgeworfen werden. Eine Anklage soll vonseiten des Justizministeriums verschleppt worden sein, sagte Kickl am Freitag.

Laut den Ausführungen des Ex-Innenministers sollen derzeit Anklagen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) gegen Spitzenbeamte des Innenministeriums "auf dem Weg" sein, was die Behörde noch nicht bestätigen konnte. Die Vorwürfe würden sich auf Untreue und Amtsmissbrauch beziehen, die Schadenshöhe liege bei mehr als einer Million Euro. Konkret sollen die Beschuldigten rechtswidrig Gelder Institutionen zukommen haben lassen, um beruflich oder privat zu profitieren.

„Wesentliche Stränge" eingestellt

Die Angeklagten würden ein "schwarzes Netzwerk" im Ministerium bilden, mutmaßte Kickl. Seine Vorwürfe gehen aber weiter: Der Fall, der bereits seit 2013 ermittelt wird, soll durch die Justiz verschleppt worden sein. Etwa durch angebliche Weisungen, Beschuldigte erneut zu vernehmen. Laut dem ehemaligen Innenminister sei lediglich eine "Rumpfanklage" übrig geblieben, "wesentliche Stränge" eingestellt worden.

Eine Parallele sieht der FPÖ-Klubchef zur Causa rund um den ehemaligen Justiz-Generalsekretär Christian Pilnacek, in der eine Anzeige mehrere Staatsanwälte gegen diesen schnell ad acta gelegt wurde und ein Tonbandmitschnitt per Weisung gekürzt werden sollte. "Man hat sich ein System der Selbstkontrolle organisiert", vermutet Kickl enge Verbindungen zwischen den betroffenen Ressorts sowie zur ÖVP.

Gefordert ist laut Kickls Ansicht nun Justizminister Clemens Jabloner, auch wenn dieser wohl nicht "auf den Zuruf eines Oppositionspolitikers" reagieren werde. Dennoch sei der Fall von öffentlichem Interesse. Der frühere Innenminister schlug die Einrichtung einer Task-Force vor, "aus Leuten, die nicht in Verdacht stehen, Teil dieses Netzwerks zu sein".

(APA)

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