"Tickets selbst erworben": Keine FPÖ bei Glock-Event

Einst lobten Heinz-Christian Strache und Norbert Hofer die Familie Glock, posteten Fotos, besuchten deren Reitsportgala in Kärnten. Seit „Ibiza“ ist das anders.

Archivbild: Norbert Hofer und Heinz-Christian Strache
Archivbild: Norbert Hofer und Heinz-Christian Strache
Archivbild: Norbert Hofer und Heinz-Christian Strache – APA/HELMUT FOHRINGER

Elf Mal kommt das Wort „Glock“ im „Ibiza-Video“ vor. In diesem ist bekanntlich der mittlerweile zurückgetretene FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zu sehen, wie er 2017 über Spendenkonstruktionen - am Rechnungshof vorbei - sprach, um seine Partei zu finanzieren. So behauptete er etwa, dass die Unternehmer René Benko, Gaston Glock, Heidi Goëss-Horten sowie der Glücksspielkonzern Novomatic Geldzuwendungen zugunsten von Vereinen getätigt hätten. Die Genannten dementierten umgehend, Strache selbst hat sich bereits entschuldigt, die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts auf Anstiftung zur Untreue aufgenommen, sowie zu der Frage, ob Untreue begangen wurde.

Kaum verwunderlich ob dieser Umstände, dass Straches Behauptungen nicht vergessen sind. Insbesondere rund um die Reitsportgala des Waffenproduzenten Gaston Glock in Kärnten kamen sie so manchem in Erinnerung. Immerhin: Bei dieser waren in den vergangenen Jahren stets auch Vertreter der Freiheitlichen dabei. Heuer hingegen nicht: Wie das Ö1-„Morgenjournal“ am Mittwoch berichtete fand die Veranstaltung „Horses and Stars“ in diesem Jahr ohne Politiker statt, einzig der Bürgermeister war anwesend.

In der Vergangenheit war das anders. „Gestern wieder einen wundervollen Abend erlebt“, lobte Strache noch im Juni 2017 auf seiner Facebook-Seite die Veranstaltung der Glocks - fünf Wochen später sollte er in die „Ibiza-Falle“ tappen. Sein Nachfolger, der designierte Parteiobmann Norbert Hofer, war bisher um positive Meldungen bezüglich der Unternehmerfamilie ebenfalls nicht verlegen: Im Wahlkampf um das Bundespräsidentenamt teilte er etwa mit, dass er sich eine „Glock-Pistole“ zugelegt habe, im Februar 2018 postete er auf Facebook Fotos von seiner Familie bei der Reitsportgala. Und: Zwei Monate später machte er Kathrin Glock zum Aufsichtsratmitglied bei der Austrocontrol, wie der „Standard“ damals berichtete. 

Doch, um zur Ausgangsfrage des ORF-Radioberichts zurückzukommen: Wer bezahlte die Tickets der Politiker, die zu den Events kamen? Der Anwalt der Glocks teilte „Ö1“ in einem Schreiben mit, dass alle Politiker ihre Tickets stets selbst erworben hätten. Strache selbst habe per SMS geantwortet und wird im Bericht wie folgt zitiert: „Unsere Besuche beim Glock-Reitturnier wurden mittels Ticket privat bezahlt. Unser Zahlungseingang wurde bei der Kassa verbucht.“

>>> Bericht im Ö1-„Morgenjournal“ 

>>> Bericht im „Standard“ 

(Red.)

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