Neos kritisieren fehlenden Zeitplan für Elga-Verbesserungen

In einem Evaluierungsbericht wurden Maßnahmen zur Sanierung von e-Befunden beschlossen, eine Deadline gebe es dafür aber nicht, kritisieren die Neos.

Elektronische Befunde sollten für Ärzte übersichtlicher und schneller abrufbar werden.
Elektronische Befunde sollten für Ärzte übersichtlicher und schneller abrufbar werden.
Elektronische Befunde sollten für Ärzte übersichtlicher und schneller abrufbar werden. – APA/HELMUT FOHRINGER

Die Neos üben Kritik an einem fehlenden Zeitplan, um bei der elektronischen Gesundheitsakte Elga nachzubessern. In einem Evaluierungsbericht wurden unter anderem Maßnahmen zur Sanierung von e-Befunden beschlossen, eine Deadline dafür gibt es laut Neos-Sozialsprecher Gerald Loacker allerdings nicht.

"Der Bund hätte mit der Sozialversicherung und mit den Ländern einen konkreten Zeitplan für die Maßnahmen vereinbaren müssen - und die Zahlungen aus dem Finanzausgleich an die Umsetzung knüpfen müssen", kritisierte Loacker. "Ohne einen konkreten Zeitplan ist zu befürchten, dass zwar Geld fließt, aber keine Maßnahmen umgesetzt werden. Die künftige Regierung muss hier schnellstens nachbessern, damit Elga im Sinne der Patientinnen, Patienten und Ärzte tatsächlich umgesetzt wird", forderte er.

Loacker hatte bereits im Mai eine parlamentarische Anfrage zur Elga-Evaluierungsstudie gestellt. In der Beantwortung durch die jetzige Sozialministerin Brigitte Zarfl werden zwar einige heuer beauftragte bzw. bereits in Umsetzung befindliche Maßnahmen genannt. So werde etwa daran gearbeitet, den Informationsstand zu Elga sowohl bei Ärzten als auch bei Bürgern zu erhöhen, die Geschwindigkeit der Befunderstellung zu erhöhen und e-Befunde kompakter darzustellen. Einen konkreten Zeitplan findet man allerdings nicht, die Neos sehen das kritisch.

E-Befund einer der ersten Elga-Anwendungen

Der Anfragebeantwortung zufolge ergab die Evaluierung, dass die Elga e-Befunde produktiv verwendet werden und dass die Nutzungszahlen stetig steigen. Betroffene würden über einen hohen Nutzen der e-Befunde berichten.

Dass der Elga e-Befund evaluiert werden soll, wurde bereits im Regierungsprogramm 2017-2022 festgelegt, heißt es in der Beantwortung. Im April 2018 nahm die Taskforce ihre Arbeit auf. Der Bericht wurde dem Elga-Koordinierungsausschuss Ende Jänner 2019 vorgelegt.

Der e-Befund wurde 2015 zusammen mit der Infrastruktur der elektronischen Gesundheitsakte als erste Anwendung der Elga eingeführt. 2018 standen fast 20 Millionen e-Befunde über Elga zur Verfügung.

Ärztekammer kritisiert e-Medikation

Kritik an der Elga kam am Freitag auch aus einer anderen Ecke. Johannes Steinhart, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) und Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte, beklagte sich in einer Aussendung über "die derzeitige Unzuverlässigkeit der e-Medikation." Ihm zufolge ist die Situation "besorgniserregend und unzumutbar". Die vermehrten Ausfälle "sorgen unter Ärztinnen und Ärzten für Frust, Zeitverlust und zunehmende Beunruhigung darüber, wie es mit Elga weitergehen soll. Es zeichnet sich hier keinerlei Besserung ab."

Seit 28. März 2019 gab es im Zusammenhang mit der e-Medikation 13 Ausfallsereignisse mit einer Ausfallzeit von bis zu vier Stunden. Insgesamt war die e-Medikation in diesem Zeitraum über 13 Stunden lang nicht verfügbar, über eine Million Patientinnen und Patienten dürften von den Ausfällen betroffen gewesen sein, rechnete Dietmar Bayer, Referent im ÖÄK-Referat Telemedizin und medizinische Informatik und Vizepräsident der Ärztekammer Steiermark, vor. "Das bedeutet eine immense Störung des Behandlungsprozesses für Ärzte und Patienten", so Bayer. Drastische Erhöhungen der Wartezeit seien die Folge.

(APA)

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