Was ist bürgerlich?

Ob grüne Bobos, die türkise ÖVP oder Thomas Drozda: Das bürgerliche Element in der österreichischen Politik ist weit verbreitet. Mit seinen ideengeschichtlichen Ursprüngen hat das Bürgerliche heute aber nur noch bedingt zu tun.

Der historische Bürgerliche war gemäßigt revolutionär, kapitalistisch und antiklerikal.
Der historische Bürgerliche war gemäßigt revolutionär, kapitalistisch und antiklerikal.
Der historische Bürgerliche war gemäßigt revolutionär, kapitalistisch und antiklerikal. – Getty Images

Thomas Drozda wird von nicht wenigen in der SPÖ als zu bürgerlich angesehen. Helmut Brandstätter hält sich und seine neue Partei, die Neos, für bürgerlicher als die ÖVP. Sebastian Kurz findet selbstverständlich, dass er bürgerliche Politik macht. Norbert Hofer findet das eigentlich auch. Auch die Grünen haben mit dem Etikett „Bobo“, also „bourgeois-bohémien“, kein Problem. Und selbst Peter Pilz, der Bürgerschreck von einst, hat heute mit seinem Almhaus in der Steiermark und seinem Faible für gutes Essen und teure Kaffeemaschinen das, was man gemeinhin einen bürgerlichen Lebensstil nennt.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.08.2019)

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