SJ Niederösterreich entschuldigt sich für "Ibiza-Dosenwerfen"

Die Aktion sei nicht mit den Veranstaltern des SPÖ-Familienfestes in Groß Enzersdorf abgesprochen gewesen. Auf den Dosen waren Fotos von Mitgliedern der früheren türkis-blauen Regierung angebracht.

Die Sozialistische Jugend (SJ) Bezirk Gänserndorf hat sich am Montag für ihre Aktion auf dem Familienfest der SPÖ in Groß Enzersdorf entschuldigt. Besucher konnten am Samstag auf Dosen mit Fotos von Mitgliedern der ehemaligen türkis-blauen Bundesregierung schießen, was für Kritik sorgte. Die Aktion sei nicht vorher mit dem Veranstalter abgesprochen gewesen, wurde in einer Aussendung festgehalten.

"Es war nicht unsere Absicht, mit dem Dosenschießen jemanden zu beleidigen oder gar zu verletzen - sollte das geschehen sein, stehen wir nicht an uns hiermit zu entschuldigen", teilte SJ-Bezirksvorsitzender Patrick Hansy mit. "Wir haben unser Ibiza-Dosenwerfen veranstaltet, um die Vorgänge bei der Ibiza-Affäre (vor allem die Rücktritte der MinisterInnen) auf witzige Weise darzustellen und auch zu kritisieren. Deswegen stand bei der Spielbeschreibung auch 'Jede umgeworfene Dose ist ein Rücktritt' dabei - was auch nur so gemeint ist und nicht anders." Den Wirbel um die Aktion "halten wir für maßlos übertrieben", so Hansky weiter.

Drozda: „Absolut nicht in Ordnung“ 

Die niederösterreichische SJ-Landesvorsitzende Melanie Zvonik bezeichnete die Reaktionen auf das Dosenschießen als "völlig überzogen": "Unsere Aktionen sind oft provokant und nicht alle finden sie witzig." Während die Aktion der SJ "niemandem geschadet hat, leiden viele Menschen unter den Folgen der türkis-blauen Kürzungspolitik. Diese Tatsache kann man auch mit Ablenkungsmanöver nicht unter den Teppich kehren", meinte Zvonik.

Schon vor der Entschuldigung hatte sich die SPÖ von der Aktion distanziert. SPÖ-Niederösterreich-Chef Franz Schnabl nannte sie „nicht besonders klug“, Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda fand sie „absolut nicht in Ordnung“.

Rendi-Wagner stolz auf „große Jugendorganisation“ 

Parteichefin Pamela Rendi-Wagner betonte am Montag, dass sie selbst so eine Aktion "nicht veranstalten" würde. Dass sich die SJ entschuldigte, "war richtig", meinte die Parteivorsitzende.

Dennoch zeigte sich Rendi-Wagner stolz, dass "wir eine große Jugendorganisation haben, die sich engagiert und die mit viel Eifer und Emotion bei der Sache ist". Allerdings wehre sie sich dagegen, den Vorfall "auf einer Stufe mit einem Ibiza-Video zu diskutieren".

(APA/Red.)

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