IHS-Chef Kocher warnt vor zusätzlicher Pensionserhöhung

Der Ökonom rät zur Steuerentlastung als Impuls für den Konsum an Stelle der von drei Parlamentsparteien geplanten Pensionserhöhung.

IHS-Chef Martin Kocher
IHS-Chef Martin Kocher
Die Presse/Clemens Fabry

Wien. Im Vorfeld der Nationalratswahl am 29. September haben ÖVP, SPÖ, FPÖ und Liste Jetzt sich dafür ausgesprochen, zumindest die niedrigen Pensionen außertourlich anzuheben. Der Ökonom Martin Kocher, Leiter des Instituts für Höhere Studien, hält das für keine gute Idee: Man dürfe sich nicht angesichts aktuell sprudelnder Steuereinnahmen und Beiträgen Illusionen hingeben und müsse die Finanzierbarkeit des Pensionssystems im Auge behalten, meinte Kocher im ORF-Morgenjournal.

Alle Parlamentsparteien mit Ausnahme der Neos wollen die Pensionen stärker anheben als um die gesetzlich vorgesehene Inflationsanpassung von 1,8 Prozent. Die Neos kritisieren diesen Plan als ein teures Wahlzuckerl. „Leisten kann man sich alles“, sagt dazu Kocher, um freilich warnend hinzuzufügen: Es sei eine Frage der Priorititäten.

„System muss finanzierbar bleiben"

Nicht nur, dass die aktuell hohen Einnahmen des Staates durch eine Abkühlung der Konjunktur zu sinken drohten; auch die Demografie ändere sich, indem geburtenstarke Jahrgänge ins Pensionsalter kämen. „Man muss darauf achten, dass das System finanzierbar bleibt“, so Kocher. „Jede Pensionserhöhung jetzt habe Konsequenzen für die nächsten Jahre."

Auf die Frage, ob höhere Pensionen nicht einen wünschenswerten Impuls für die Wirtschaft bedeuten, bestätigte Kocher, dass Senioren viel von ihren Pensionen in den Konsum stecken würden, zumal in den heimischen. Sinnvoller wäre laut Kocher jedoch, die Kaufkraft generell durch eine Steuerreform zu stärken - gemeint kann nur eine Senkung sein.

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