Teurer Privatjet für Kurz, 33.000 Euro monatlich für Berater?

Die Wiener Wochenzeitung der „Falter“ berichtet neuerlich über die angeblichen Finanzen der ÖVP. Demnach sei auch viel Geld für Partys ausgegeben worden. Die ÖVP verweist auf den Hackerangriff.

Symbolbild: Wahlkampfmaterial der ÖVP für die kommende Nationalratswahl
Symbolbild: Wahlkampfmaterial der ÖVP für die kommende Nationalratswahl
Symbolbild: Wahlkampfmaterial der ÖVP für die kommende Nationalratswahl – (c) APA

Der Schlagabtausch zwischen der Volkspartei und der Wiener Wochenzeitung „Falter“ geht in die nächste Runde. Am Dienstagabend veröffentlichte das Medium neue Zahlen über die Buchhaltung der ÖVP. Demnach erhält Stefan Steiner, der strategische Berater von Parteichef und Spitzenkandidat Sebastian Kurz, monatlich 33.000 Euro brutto. Im Jahr 2017 zahlte die ÖVP zudem laut Rechnungseingangsbuch 1,7 Millionen Euro an die Agentur „Campaigning Bureau“ des Kurz-Weggefährten Philipp Maderthaner. Darin enthalten waren hohe Summen für Facebook-Werbung, heißt es in dem Bericht.

Darüber hinaus soll der Szene-Gastronom Martin Ho von der Volkspartei im Jahr 2018 60.000 Euro erhalten haben. Alleine für eine Party aus Anlass „100 Tage Regierung“ gab die Partei den Vorwürfen zufolge mehr als 26.000 Euro aus. Das Sommerfest 2018 kostete demnach 160.000 Euro, ein Adventempfang mit Maroni und Punsch sei auf 70.000 Euro gekommen. Und 7700 Euro kostete ein Privatflieger, mit dem Kurz im März 2018 Euro nach Rom flog.

Als Quelle für die Geschichte nennt der „Falter" einen Informanten, der sich bei der Zeitung den Angaben zufolge als „ganz normaler, unbescholtener Bürger mit Vollzeitjob" vorgestellt habe. Sein Ziel sei es gewesen, „an Informationen zu kommen, die eine Verbindung der ÖVP zu dem Ibiza-Video beweisen". Dabei sei er „unerwartet" auf „eine Vielzahl an Daten" gestoßen.

ÖVP verweist auf Hackerangriff

Die ÖVP wollte am Dienstag nicht auf die konkreten Vorwürfe eingehen. Sie verwies erneut darauf, dass sie Opfer eines groß angelegten Hackerangriffes geworden sei, im Zuge dessen Daten gestohlen worden seien. „Nun wird von diesen versucht, durch die Verbreitung eines Mix aus Wahrem und Falschem an unterschiedliche Medien der Volkspartei zu schaden“, sagte ein ÖVP-Sprecher.

Erst am Montag hatte die ÖVP mehrere Rechnungen offengelegt, die belegen sollten, dass die vom „Falter“ vorgebrachten Vorhaltungen nicht der Wahrheit entsprechen. Ein Beispiel: Die Wochenzeitung hatte in der Vorwoche berichtet, dass in den Büchern der ÖVP kurz vor dem Stichtag für die Wahlkampfkostengrenze unter anderem eine Rechnung über 430.755,19 Euro für „Marketing und Kampagnen" aufscheint. Diese soll aber, so die von der ÖVP präsentierten Unterlagen, nicht den Nationalratswahlkampf betreffen, sondern Inserate für die EU-Wahl.

>>> Vorwürfe gegen ÖVP teils „ausgeräumt“ [premium]

Indes hat die Partei beim Handelsgericht Wien eine Unterlassungsklage gegen den „Falter“ wegen des Artikels über eine angebliche doppelte Buchführung zu den Wahlkampfkosten eingebracht. Die Türkisen werfen der Zeitung vor, entweder falsch oder manipulativ berichtet zu haben.

>>> Link zum „Falter"-Bericht

(Red.)

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