Strache in Israel: "Unser Herz ist mit den Siedlern"

Der FPÖ-Chef hat israelischen Siedlern im besetzten Westjordanland seine Unterstützung versichert. Gemeinsam mit anderen rechten Politikern veröffentlicht er eine Erklärung zum "fundamentalistischen Islamismus".

Head of Austrian Freedom Party FPOe Strache addresses a news conference in Vienna
Head of Austrian Freedom Party FPOe Strache addresses a news conference in Vienna
(c) REUTERS (Heinz-peter Bader)

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat am Dienstag zusammen mit anderen rechtsgerichteten europäischen Politikern israelische Siedlungen im besetzten Westjordanland besucht. Wie die Zeitung "Haaretz" berichtete, versicherte Strache den Siedlern: "Unser Herz ist mit Euch".

"Wer hier nicht zu Besuch kommt, kann die Probleme nicht wirklich verstehen. Nach all dem, was den Juden im Exil angetan worden ist, tragen wir die Verantwortung für eine sichere Zukunft für das jüdische Volk", so Strache. Als Vertreter Österreichs müsse man mit allen Seiten reden, um zur besten Lösung zu gelangen, aber: "Mit dem Terror wird es keinen Dialog und keinen Kompromiss geben."

Der FPÖ-Chef nahm in Israel an einer Tagung über "Strategien gegen den islamischen Terror" teil. Unter den Teilnehmern befanden sich unter anderen auch Philip Dewinter vom flämischen Vlaams Belang und René Stadtkewitz, Ex-CDU-Politiker und Mitbegründer der rechten deutschen Gruppe "Die Freiheit".

Die Gruppe veröffentlichte am Dienstag eine "Jerusalemer Erklärung". Darin ist von einer "neuen weltweiten Bedrohung" durch den "fundamentalistischen Islam" die Rede. Die beteiligten Politiker sehen sich laut der Deklaration "an vorderster Front des Kampfes für die westlich-demokratische Wertegemeinschaft".

Siedler: "Nur Israel kann islamischen Erdrutsch stoppen"

"Die Abgeordneten bekämpfen den radikalen Islam und die Ausbreitung der islamistischen Terrorgruppen. Sie stehen voll aufseiten Israels", erklärte der israelische Gastgeber Gershon Mesika von der "Siedlervereinigung in Samaria". Diese Region sei die "Wiege der jüdischen Kultur und bietet dem Staat Israel heute einen Sicherheitsgürtel". Allein der Staat Israel könne den "islamischen Erdrutsch" in Europa stoppen, sagte Mesika. Ohne "die Siedlungen in Judäa und Samaria" habe Israel keinen Bestand, "das müssen die Europäer verstehen."

Nach Besuchen in Industriegebieten in den Siedlungen Barkan und Elon Moreh wurden die Parlamentarier von Rabbiner Eliezer Melamed empfangen. Der erklärte nach Angaben von "Haaretz": "Die Errichtung von Siedlungen in Judäa und Samaria gleicht einem Wunder. Das Land wartete auf uns, um es zum Blühen zu bringen. Wir lassen uns hier nieder, wie es die biblischen Prophezeiungen vorhergesehen haben." Der Siedlerführer Beni Katzower forderte die europäischen Gäste auf, mehr Besucher und Journalisten in die Siedlungen zu bringen, "denn wegen der Medien weiß die Welt nicht, was hier vorgeht".

(APA)

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