Unterrabnitz: ÖVP gewinnt klar trotz Wahlkarten-Affäre

Der ÖVP-Kandidat setzte sich bei der Bürgermeisterwahl mit fast 60 Prozent durch. Das Wahlbetrugsverfahren gegen seinen Vorgänger läuft indessen noch.

Unterrabnitz oeVP gewinnt klar
Unterrabnitz oeVP gewinnt klar
(c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)

Unterrabnitz/Apa/Red. Die mittelburgenländische Gemeinde Unterrabnitz-Schwendgraben hat am Sonntag einen neuen Bürgermeister gewählt: Er heißt Franz Haspel und kommt wie sein Vorgänger Wilhelm Heissenberger von der ÖVP. Die Neuwahl war notwendig geworden, weil Heissenberger Anfang Oktober der Korruptionsstaatsanwaltschaft gestanden hatte, im Zuge der burgenländischen Landtagswahl am 30. Mai 2010 bei 13 Wahlkarten entweder den Antrag auf Ausstellung oder die Wahlkarte selbst manipuliert zu haben – teilweise via Fälschung der Unterschrift.

Heissenberger trat mit 31. Oktober von seinem Amt zurück, Vizebürgermeister Johann Steinriegler (SPÖ) übernahm vorübergehend die Agenden. Das Verfahren gegen den Ex-Bürgermeister läuft noch. Doch seiner Partei, der ÖVP, hat die Affäre offenbar nur geringfügig geschadet: Heissenbergers Nachfolger Haspel kam am Sonntag auf 59,9 Prozent der Stimmen, während Herausforderer Steinriegler nur 40,1 Prozent erreichte. Bei der letzten (regulären) Bürgermeisterwahl im Jahr 2007 war Heissenberger auf 63,2 Prozent gekommen, Steinriegler auf 36,8 Prozent.

 

„Mit dem Sieg nicht gerechnet“

Der neue Bürgermeister zeigte sich in seiner ersten Reaktion erfreut und erleichtert zugleich. Mit seinem Sieg habe er zwar nicht gerechnet, aber darauf gehofft, sagte Haspel. Er werde nun mit Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP), der aus der Region kommt, feiern gehen.

Kontrahent Steinriegler gab zu, mit einem besseren Ergebnis gerechnet zu haben. „Ich habe nicht geglaubt, dass ich so weit von der Mehrheit entfernt bin.“ Den Ausgang der Wahl führte der SPÖ-Kandidat auf die ÖVP-Tradition in Unterrabnitz-Schwendgraben zurück. Heissenbergers Geständnis habe dessen Partei „offensichtlich nicht geschadet“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.02.2011)

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