Neue Widmungen für Supermärkte

Wiens Planungsstadträtin, Maria Vassilakou, ist der Bau von niedrigen Supermärkten in dicht verbautem Gebiet ein Dorn im Auge. Bauwerber werden verpflichtet, über dem Gewerbeteil auch Wohnungen zu planen.

(c) APA (GUENTER R. ARTINGER)

Wien/G.b. . Wiens Planungsstadträtin, Maria Vassilakou (Grüne), ist der Bau von niedrigen Supermärkten in dicht verbautem Gebiet ein Dorn im Auge. Damit seien kastenartige Geschäftslokale mit geringer Höhe entstanden, und es werde Wohnraum verschwendet, so die Ressortchefin. „Aus Sicht der Stadt ist eine frei stehende, einsame Kiste weder ästhetisch noch sinnvoll.“

Dem soll künftig über die Widmung ein Riegel vorgeschoben werden. Die Bauwerber werden verpflichtet, über dem Gewerbeteil auch Wohnungen zu planen und anzubieten. Das erste Projekt wurde gestern, Mittwoch, im Planungsausschuss im Rathaus besprochen. Dabei ging es um den Bau eines Supermarktes in der Brunnengasse in Ottakring, für den die neue Widmung gelten wird.

 

Nur 30 Prozent Geschäftsnutzung

Laut dieser wird der Bau des Supermarktes im Erdgeschoss zwar genehmigt, allerdings muss darüber auch Wohnraum geschaffen werden. 30Prozent des Gebäudes sind für Geschäftsnutzung vorgesehen ist, der Rest für Wohnungen. Das heißt, der Investor muss auch für den Bau von Wohnungen sorgen. Vassilakou will damit eine bessere Durchmischung erreichen.

Die Grünen-Chefin sieht dies als „eine richtungsweisende gemeinsame Entscheidung“. Alle Parteien stimmten zu. Sie werde Betreibern und Investoren ein Vorbild geben, wie man im dicht verbauten Gebiet Geschäftsbereiche in neue Wohnprojekte integriert.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.04.2011)

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