Frank Stronach überlegt Partei-Gründung

30.06.2011 | 17:54 |   (DiePresse.com)

Der Austro-Kanadier plant eine "Bürgerallianz" und vom Computer auserwählte Volksvertreter. Langweilig ist ihm aber nicht, sagt er.

Magna-Gründer Frank Stronach hat politische Ambitionen. Der Steirer überlegt die Gründung einer "Österreichischen Bürgerallianz", die später zu einer Partei werden könnte. Das erklärte Stronach gegenüber dem Magazin "Format". Er selbst strebe aber weder Titel noch Amt an.

Seine Mitstreiter wollte Stronach namentlich nicht nennen. Er will sie aber längerfristig engagieren, um sie abzusichern. Denn der 78-Jährige rechnet mit Repressalien, wie er andeutet: "Jene, die am Ruder sind, werden mit Zähnen und Klauen den Status quo verteidigen. Das ist überall auf der Welt so, schauen Sie nach Libyen. Bei uns passiert das zum Glück nicht mit Gewalt, bei uns muss man nur buckeln."

Um eine Wirtschaftspartei werde es sich bei der "Bürgerallianz" nicht handeln. Eine Partei müsse nach Stronachs Ansicht für alle Teile der Gesellschaft da sein. wünscht sich dann auch eine Steuer-, Gesundheits- und Schulreform.

PC wählt potenzielle Bürgervertreter aus

Der Austro-Kanadier legte zudem Pläne für eine Parlamentsreform durch die Schaffung einer den Nationalrat ergänzenden Bürgervertretung vor. Das von dem 78-Jährigen dafür vorgeschlagene Modell wirkt auf den ersten Blick etwas kurios: Ein Computer soll pro Wahlkreis 20 Bürger auswählen, die dann jeweils einen Vertreter in die Bürgervertretung entsenden sollen, die als ergänzende Institution zum Nationalrat gedacht ist.

"Ich will nicht das Parlament abschaffen und auch nicht die Parteien", sagte Stronach, sondern zusätzlich eine "sozialökonomische Führung" schaffen.

Dass diese Ideen aus Langweile nach seinem Magna-Rückzug entstanden sein könnten, bestritt der 78-Jährige. Er betreibe Sport, denke über gesellschaftliche Fragen nach und sei unternehmerisch tätig. Unter anderem überlegt er die Gründung eines - möglicherweise politischen - Magazins oder auch andere Medienengagements.

(APA/Red.)

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