Lugar wird "wild": BZÖ verliert schon wieder Mandatar

Der 41-Jährige vermisst die "mutige Politik" Jörg Haiders und verlässt das BZÖ. Der Aderlass im orangen Parlamentsklub geht damit weiter.

Das BZÖ verliert schon wieder einen Abgeordneten: Robert Lugar will künftig als „wilder", also fraktionsloser Mandatar im Nationalrat tätig sein. Der 41-jährige Anhänger des verstorbenen Jörg Haider hatte sich bisher vor allem Finanz- und Umweltthemen sowie dem Parlamentsumbau gewidmet.

Auffällig am Rückzug Lugars: Er erfolgt einen Tag nach der Ablöse von Generalsekretär Christian Ebner, der als geschäftsführender Obmann des BZÖ Niederösterreichs tätig ist. Über dieses Bundesland kam auch der Tiroler Lugar in den Nationalrat.

Hoffnungen "nicht erfüllt"

„Ich habe 2008 für das BZÖ kandidiert, weil Bündnis-Gründer Jörg Haider eine mutige Politik des Aufbruchs und der Erneuerung umsetzen wollte", so Lugar. Seine Hoffnungen auf eine Weiterführung von Haiders Ideen nach dessen Tod haben sich aber „leider nicht erfüllt."

Lugar gilt im Nationalrat als Vielredner. Er sorgte bereits einige Male unfreiwillig für Schmunzeln. So trat er etwa einmal zum Rednerpult und begann über zwei Themen zu sprechen, die eigentlich gar nicht Inhalt der Aussprache waren. Als ihm zugerufen wurde, dass er bei der falschen Debatte sei, stockte Lugar etwas peinlich berührt, meinte "Da sage ich danke" und wanderte schnell unverrichteter Dinge wieder ab. Keine große Unterstützung fand der gebürtige Tiroler auch, als er Plenarsitzungen per Videokonferenz abhalten wollte.

Schon drei "Wilde" im Nationalrat

Mit Lugar hat der Nationalrat nunmehr drei Abgeordnete ohne Klubzugehörigkeit. Erich Tadler hatte sich im Jänner des Vorjahres mit dem Bündnis zerstritten und musste daraufhin den Klub verlassen. Von den Freiheitlichen gefeuert wurde diesen Sommer Werner Königshofer, nachdem dieser mit skandalösen Äußerungen zum Massaker auf der Fjordinsel Utöya für Aufsehen gesorgt hatte.

Das BZÖ hat in dieser Legislaturperiode jedenfalls schon einen ziemlichen Aderlass zu verzeichnen. Neben Tadler und Lugar hat man ja auch schon drei Kärntner Abgeordnete (Martin Strutz, Maximilian Linder, Josef Jury) verloren, die in den freiheitlichen Klub zurückgekehrt sind. Damit gibt es mittlerweile nur noch 16 Orange im Nationalrat.

(APA)

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