Manfred Juraczka im Porträt

Erfahrungen konnte der zukünftige Chef der Stadt-ÖVP bisher nur im ÖAAB sowie auf Bezirksebene sammeln.

SITZUNG DES WIENER GEMEINDERATS: JURACZKA
SITZUNG DES WIENER GEMEINDERATS: JURACZKA
(c) APA/HERBERT PFARRHOFER (Herbert Pfarrhofer)

Der neue designierte Wiener ÖVP-Chef Manfred Juraczka (42) blickt auf keine sonderlich lange Karriere als Rathaus-Politiker zurück. Gerade einmal rund zweieinhalb Monate ist er im Machtzentrum der Bundeshauptstadt tätig. Er wurde im September als nicht amtsführender Stadtrat angelobt - als Nachfolger von Wolfgang Gerstl, der ins Parlament wechselte. Politische Erfahrung durfte der künftige Chef der Stadt-Schwarzen zuvor zumindest im ÖAAB sowie auf Bezirksebene sammeln.

Juraczka ist Obmann der Bezirks-Schwarzen in Hernals und war in seinem Heimatbezirk von 2007 bis 2010 sogar stellvertretender Bezirksvorsteher. Sein Abgang dort wurde am 10. Oktober des Vorjahres besiegelt. Bei der Wien-Wahl wurde die Volkspartei in Hernals von der FPÖ und von den Grünen überholt, der Anspruch auf das Stellvertreter-Amt ging verloren.

Mit Thema Hundekot an die Öffentlichkeit

Vor einigen Jahren trat Manfred Juraczka mit einem ungewöhnlichen Vorschlag an die Öffentlichkeit: Er setzte sich 2005 dafür ein, die Herkunft von Hundekot mittels DNA-Analyse zu klären. Wer glaubt, dieser Vorstoß ist dem neuen Mann an der Parteispitze nun peinlich, irrt: "Mir war damals wichtig, dieses Thema, das die Leute irrsinnig geärgert hat, einmal zum Thema zu machen", erklärte er erst kürzlich im APA-Interview.

Juraczka wurde am 16. Jänner 1969 in Wien geboren. Nach der Matura absolvierte er die Studien der Publizistik und Politikwissenschaften an der Universität Wien. Daneben war er als parlamentarischer Mitarbeiter tätig, danach in der PR-Branche. Von 2004 bis September 2011 fungierte er als Marketing & Sales Manager in einem Technologiekonzern.

Der Nachfolger von Christine Marek trat laut eigenen Angaben bereits als Schüler - im Jahr 1986 - der Jungen ÖVP bei, wo er neben anderen Ämtern auch jenes des Bezirksobmannes in Hernals innehatte. Er übte Funktionen im ÖAAB aus und ist seit 2003 Bezirksparteiobmann der ÖVP-Hernals. Dem Landesparteivorstand der Wiener Volkspartei gehört er ebenfalls schon an.

Schwieriger Name

Der Neo-Obmann ist außerhalb seines Heimatbezirks auch in der Partei offenbar noch ein eher unbeschriebenes Blatt - mit schwierigem Namen. In den Medien wurden bereits genüsslich ÖVP-Internetseiten zitiert, auf denen etwa statt "Juraczka" fälschlicherweise "Juracka" zu lesen war.

Der neue Wiener ÖVP-Chef ist verheiratet und Vater eines Sohnes. Auch Wien hat er sehr gern: "Ich liebe diese Stadt", schwärmte Juraczka bei seiner Angelobung als Stadtrat. Er versprach bei dieser Gelegenheit, dass er in der Sache hart, im persönlichen Umgang aber fair und sachlich sein werde. Wobei diese Worte damals an die politischen Gegner und nicht an die Parteikollegen gerichtet waren.

(APA)

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