Was das Sparpaket Familie Mustermann kostet

Fallbeispiele zum Steuer- und Sparpaket: Wie Beamte, Bauern und Spitzenverdiener belastet werden.

Was das Sparpaket Familie Mustermann kostet
Was das Sparpaket Familie Mustermann kostet
Symbolbild – (c) EPA (Lucas Dolega)

Das Spar- und Steuerpaket trifft vor allem Spitzenverdiener, Beamte und Pensionisten. Ein Rechen-Beispiel für diese Gruppen:

Vater Mustermann ist leitender Angestellter und verdient monatlich 16.000 Euro brutto. Ihn trifft die neue Solidarabgabe. Sein 13. und 14. Gehalt wird künftig höher besteuert. Das kostet Mustermann jährlich 1167 Euro.

Bisher wurde das 13. und 14. Gehalt generell mit 6 Prozent besteuert, jetzt gilt das nur noch bis 13.280 Euro monatlich. Darüber hinausgehende Beträge werden gestaffelt höher besteuert, in Mustermanns Fall mit 27 Prozent. Die Regelung ist bis zum Jahr 2016 befristet.

Mustermann ist 60 und arbeitet seit 36 Jahren. Eigentlich hat er geplant, in zwei Jahren die Korridorpension in Anspruch zu nehmen. Jetzt muss er doch länger warten: Zwar bleibt das Antrittsalter bei dieser Form der Frühpension mit 62 gleich, dafür braucht man statt 37,5 künftig 40 Versicherungsjahre. Außerdem wird Mustermann höhere Abschläge hinnehmen müssen.

Mutter Mustermann arbeitet im öffentlichen Dienst und verdient monatlich 3000 Euro brutto. Sie muss kommendes Jahr auf eine Gehaltserhöhung verzichten. Zum Vergleich: Für 2012 hat die Erhöhung 2,95 Prozent ausgemacht und ist ab Februar wirksam geworden. Das bringt Mustermann heuer ein um 1151 Euro höheres Brutto-Jahresgehalt als im Jahr zuvor. Nach der Nulllohnrunde 2013 wird sie 2014 eine „moderate Gehaltsanpassung" unter der Inflationsrate bekommen.

Die Mustermanns haben Ende 2002 ein Ferienhäuschen um 150.000 Euro gekauft. Kommendes Jahr möchten Sie es verkaufen. Sollten Sie dabei einen Gewinn erzielen, müssen sie diesen mit 25 Prozent versteuern. Bei einem Verkaufspreis von 200.000 Euro ergäbe das eine Steuerbelastung von 12.500 Euro.

Nach bisheriger Rechtslage war der Gewinn aus einem Immobilienverkauf im Privatbesitz nach einer zehnjährigen Spekulationsfrist steuerfrei. Ausgenommen ist weiterhin der Verkauf des Hauptwohnsitzes.

Die Mustermanns haben auch einen Bausparvertrag, in den sie jährlich 1200 Euro einzahlen. Dafür haben sie bisher eine staatliche Prämie zwischen 3 und 8 Prozent (abhängig von der Entwicklung der Sekundärmarktrendite für Bundesanleihen) erhalten. Künftig wird die Prämie halbiert auf 1,5 und 4 Prozent. Die Mustermanns erhalten dann statt mindestens 36 Euro jährlich nur noch mindestens 18 Euro.

Großvater und Großmutter Mustermann sind Bauern. Sie können sich die Mineralölsteuer auf Diesel für ihren Traktor künftig nicht mehr rückvergüten lassen. Noch im vergangenen Jahr hat ihnen das (wie dem durchschnittlichem landwirtschaftlichen Betrieb) 401 Euro gebracht.

Außerdem müssen die Großeltern Mustermann künftig einen höheren Pensionsversicherunsgbeitrag zahlen. Bisher waren es 16 Prozent, nun werden es 18,5 Prozent.

(kron)

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