Gläsernes Land: Republik öffnet Datenschatz

Nach Wien und Linz stellt am Freitag auch der Bund seine Verwaltungsdaten online. Bürger sollen sich über die Aktivitäten der Regierung informieren können. Besonders Programmierer interessieren sich für Daten.

Symbolbild
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(c) AP (Thomas Kienzle)

Wien. Bevölkerungsstruktur, Standorte von Schulen, Seniorenheimen und Museen, Statistiken zu Migration, Verkehr, Wirtschaft und Umwelt: Die Republik Österreich besitzt eine Unmenge von Daten. Ab Freitag sollen diese auf dem Open-Data-Portal des Bundes data.gv.at ins Netz gestellt werden.

Bis jetzt gab es solche Projekte in Österreich nur in Wien und Linz. Seit einem Jahr stellen die beiden Städte ihre Verwaltungsdaten ins Netz. Während Wien eher lokale Servicedaten wie die Standorte von Schulen, Krankenhäusern oder Polizeistationen zu Verfügung stellt, stellt die Stadt Linz auch politisch interessantere Daten online: Sitzungsprotokolle des Gemeinderates, die Anzahl der aktuell beschäftigten Beamten und die Immobilienbesitzverhältnisse der Gemeinde.

Solche Open-Data-Portale sind vor allem als Transparenzinstrument gedacht. Bürger sollen sich einfach über die Aktivitäten der Regierung informieren können. In der Praxis interessieren sich besonders Programmierer für die Daten. Nichtexperten würden aber durch Wissenschaftler, Journalisten und Blogger von offenen Verwaltungsdaten profitieren, erklärt Thomas Thurner vom Verein „Open Knowledge Österreich“. Auch Bürgerinitiativen könnten ihre Anliegen durch die Daten untermauern.

 

Schub für Wachstum

Neben dem Transparenzgedanken sind offene Daten auch ein Wirtschaftsfaktor: Die EU erhofft sich von ihrem Open-Data-Projekt einen Wachstumsschub von 40 Millionen Dollar. Auf Basis der Daten können zum Beispiel Anwendungen für Handys oder Websites programmiert werden. Durch die Daten der Stadt sind bereits 29 solcher Apps entstanden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.04.2012)

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