Interaktive Grafiken: Wer wählte wen, wann, und wie oft?

Wer konnte in der Hofburg-Stichwahl die Wähler von Irmgard Griss gewinnen? Wer punktete bei den Männern? Und wann fiel die Entscheidung, wo das Kreuzerl gemacht wird? Die "Presse" gibt grafische Antworten.

Die Stichwahl zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer um das höchste Amt im Staat hat ein reges Interesse bei den Österreichern hervorgerufen. Im Vergleich zum ersten Wahlgang ist die Wahlbeteiligung in die Höhe geklettert - und mit einem Wahlkarten- und Briefwahl-Rekord bei 72,75 Prozent zum Liegen gekommen.

Das offizielle Ergebnis der Stichwahl (inklusive Briefwahlstimmen) sieht Van der Bellen mit 50,35 Prozent der Stimmen vor Hofer, der 49,65 Prozent erreichte. Es handelte sich um die vierte Stichwahl in der Geschichte der Zweiten Republik:

Die Auszählung der Briefwahlstimmen hat zu einem regelrechten Wahlkrimi geführt - und den Österreichern die knappste aller nunmehr 13 Hofburg-Wahlen der Zweiten Republik verschafft. Das bisher engste Ergebnis gab es 1951: Theodor Körner (SPÖ) gewann mit 52,06 Prozent gegen Heinrich Gleißner (ÖVP).

Die Stichwahlergebnisse nach Stimmen:

Die Entscheidung, wo das Kreuzerl auf dem Stimmzettel gemacht wurde, fiel dabei in den seltensten Fällen erst kurz vor dem 22. Mai, sondern in der Regel schon vor dem ersten Wahlgang.

Betrachtet man das Wahlverhalten der Geschlechter, wird eine Kluft deutlich: Während der frühere Grünen-Chef bei den Frauen weitaus besser angekommen ist, konnte sein freiheitlicher Kontrahent die Männer für sich gewinnen (hochgerechnete Werte in Prozent).

Ein Blick auf die Erwerbstätigkeit der Wähler ergibt folgendes Bild: Bei den Arbeitern lag Hofer mit 86 Prozent deutlich vor Van der Bellen, Letzterer hatte hingegen mehr Angestellte und öffentliche Bedienstete auf seiner Seite (hochgerechnete Werte in Prozent).

Personen, die eine Matura oder einen akademischen Abschluss haben, entschieden sich mehrheitlich für den Professor. Hofer holte indes jene mit niedrigerem Bildungsniveau ab (hochgerechnete Werte in Prozent).

Viele Wähler, die Hofer ihre Stimme gaben, haben den Eindruck, dass er "die Sorgen von Menschen wie mir" verstehe, andere hielten ihn für sympathisch und glaubwürdig. Für die Wähler von Van der Bellen war besonders ausschlaggebend, dass ihm zugetraut wurde, Österreich im Ausland besser zu vertreten und das "richtige Amtsverständnis" zu haben.

Sowohl Hofer als auch Van der Bellen konnten nahezu alle ihre Wähler vom ersten Wahlgang erneut mobilisieren. Bei den Nichtwählern und den einstigen Wählern der unabhängigen Kandidatin Irmgard Griss fand hingegen der frühere Grünen-Chef mehr Anklang.

Markant unterscheiden sich die Wähler der beiden Kandidaten in ihrer Sicht auf die jüngste Regierungsumbildung: Rund drei Viertel jener, die für Van der Bellen votierten, sehen diese als positiv für die Arbeit der Bundesregierung. Bei den Hofer-Wählern dominiert indes die Skepsis.

Quellen: Den Grafiken liegen Daten des Innenministeriums (vorläufiges Endergebnis ohne Briefwahlstimmen) sowie die Ergebnisse einer Wahltagsbefragung von ORF/SORA/ISA zugrunde, für die 1222 Personen befragt wurden.

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