"Gespenst geht um": Haselsteiner warnt per Video vor Hofer

Das Video erinnert daran, dass die FPÖ eine Volksbefragung zum EU-Austritt gefordert hat. Haselsteiner erklärt sich zu einem Streitgespräch mit Strache, Hofer oder Kickl bereit. Die FPÖ kontert dem "Oligarchen".

Der Industrielle Hans Peter Haselsteiner
Der Industrielle Hans Peter Haselsteiner
Der Industrielle Hans Peter Haselsteiner – (c) Clemens Fabry

Der Industrielle Hans Peter Haselsteiner setzt seine Kampagne gegen den freiheitlichen Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer fort – mit einem bedrohlich anmutenden Video, das auf der Facebook-Seite der Initiative „Nein zum Öxit“ publiziert wurde.

Zunächst sieht man kahle Männerköpfe, dazu düstere Musik. Und es erklingt eine Stimme aus dem Off: „Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst, des Nationalismus.“ Bombeneinschläge werden gezeigt – und zuletzt der Stephansdom. Dazu heißt es: „Es (das Gespenst, Anm.) bedroht, was nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen wurde - unser geeintes, friedliches Europa.“ Von Österreich wird nun herausgezoomt auf eine Europa-Karte. Es folgt eine Warnung: „Die Nationalisten aller Länder haben dieses Ziel ins Visier genommen.“ Eingeblendet werden kurz darauf, mit dazugehörigem Bild, Nigel Paul Farage von der UK Independence Party, Marine Le Pen, Vorsitzende des Front National, FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache – und Norbert Hofer.

Die Freiheitlichen in Österreich, so erzählt die Stimme, „zündeln“ seit Jahren am Thema EU-Austritt. Erinnert wird an mehrere Interviews mit heimischen Medien sowie daran, dass die Partei noch im Jänner eine Volksbefragung zum EU-Austritt gefordert hatte. Der Antrag wurde nach dem EU-Austrittsvolksbegehren im Nationalrat eingebracht. Die Stimme dazu: „Darum ist es absolut unglaubwürdig und pure Wahltaktik, wenn die Hofer- und Strache-FPÖ nun behauptet, nicht für einen Öxit zu sein.“

In den letzten Sekunden des eineinhalbminütigen Videos wird auf Hofer im Speziellen eingegangen. Er sei der „Chefideologe“ der FPÖ und stecke damit hinter dem Anti-EU-Kurs der Partei.

Zur Erinnerung: Gleich nach dem Brexit-Entscheid hatte Hofer in der Zeitung „Österreich“ gemeint, wenn die EU innerhalb eines Jahres die Weichen in Richtung mehr Zentralismus stelle, dann müsse man die Österreicher fragen, ob sie hier noch Mitglied sein wollen. Seither ist Hofer bemüht zu betonen, dass er keineswegs an einen EU-Austritt denke - es sei lediglich die Ultima Ratio, über einen Verbleib in der EU abstimmen zu lassen, und zwar im Fall eines EU-Beitritts der Türkei, bei Änderungen von EU-Verträgen, die die Mitgliedstaaten entmachten und zu einem Zentralstaat führen würden, oder, wenn das Einstimmigkeitsprinzip in wichtigen Bereichen fällt.

Das Video jedenfalls soll in den kommenden zwei Wochen via Social Media bis zu eine Million User erreichen, wie Haselsteiner in einer Aussendung am Mittwoch ankündigte. „Für wie vergesslich halten Kickl, Strache und Hofer die österreichischen Wählerinnen und Wähler eigentlich?“, kritisierte er und erklärte sich zu einem Streitgespräch mit Hofer, Strache oder Wahlkampfleiter Herbert Kickl zu dem Thema bereit, „damit sich jeder noch vor der Bundespräsidentenwahl eine Meinung über diese wichtige Frage bilden kann“.

FPÖ kontert Haselsteiners Anti-Hofer-Video

Die FPÖ will die Anschuldigungen gegen Hofer nicht stehen lassen. Was „Oligarch" Haselsteiner im Falle einer Wahl Hofers befürchte, sei „längst traurige Realität", sagte FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl am Mittwochnachmittag. „Es dürfte ihnen entgangen sein, dass steigende Arbeitslosigkeit, Bauernsterben und Pleitewelle das Land seit Jahren fest im Griff haben", so Kickl. Zur dramatischen Aufmachung des Facebook-Videos merkte Kickl an: „Daraus trieft genau der Hass, der sich auf der Straße in Zerstörungen von Norbert-Hofer-Plakaten, Anschlägen auf FPÖ-Parteilokale und gewalttätigen Antifa-Aufmärschen zeigt."

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(Red./APA)

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