Ministeriums-Hotline empfiehlt Griff zum Kleber

Man könne ein defektes Wahlkuvert etwa mit Uhu-Stick möglichst unauffällig wieder verkleben, wird Anrufern geraten. Und: Die Tat für sich behalten.

Symbolbild: Eine Wahlurne
Symbolbild: Eine Wahlurne
Symbolbild: Eine Wahlurne – APA/HERBERT NEUBAUER

Die Telefon-Hotline des Innenministeriums hat Wählern offenbar geraten, defekte Wahlkarten selbst wieder zuzukleben. Das berichtete das Ö1-„Mittagsjournal“ am Freitag unter Berufung auf eine Wienerin sowie einen eigenen Testanruf. Demnach sollte ein defektes Wahlkuvert etwa mit Uhu-Stick möglichst unauffällig wieder verklebt werden. Den Rat solle man aber für sich behalten.

>>> Soll die Hofburg-Wahl verschoben werden?

„Ich hab ihm meinen Fall geschildert und er hat mir zu verstehen gegeben, dass meine Wahl ungültig ist. Ich hab ihm zu verstehen gegeben, dass ich das nicht richtig finde, da ich mein Recht auf die Wahl wahrnehmen möchte und nichts für die Situation kann. Er hat gemeint, ich kann nichts tun. Und dann kam der Vorschlag, ich könnte ja mit einem Uhustick, soferne es nicht sichtbar ist, versuchen das Kuvert zu verschließen“, wird die Betroffene zitiert. Danach sei der Hinweis gekommen: „Da wird aber nicht darüber gesprochen und das bleibt unter uns.“

Ähnlich das Ergebnis des Testanrufs: Man könne Klebstoff verwenden, möglichst unauffällig versteht sich.

Pikant: Der Ratschlag der Telefon-Hotline widerspricht der offiziellen Sprachregelung des Innenministeriums, laut der sich öffnende Wahlkarten nicht selbst wieder verklebt werden dürfen. Bereits ausgefüllte Wahlkarten sind in diesem Fall ungültig. Das Ministerium leitete daher straf-, dienst- und disziplinarrechtliche Ermittlungen ein.

>>> Bericht im Ö1-"Mittagsjournal"

(Red./APA)

Kommentar zu Artikel:

Ministeriums-Hotline empfiehlt Griff zum Kleber

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Meistgelesen