Erhard Busek verlässt elitären Ritterorden

Der frühere Vizekanzler verlässt den St. Georgs-Orden - zu dessen Mitgliedern auch Norbert Hofer zählt. Der Grund: Der Orden komme zusehends "in eine politische Optik, die ich nicht vertreten kann".

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Erhard Busek – APA/GEORG HOCHMUTH

„Geschätzter Herr Großmeister, lieber Karl!“, mit diesen Worten beginnt ein Brief, den der frühere Vizekanzler Erhard Busek (ÖVP) an Karl Habsburg-Lothringen, den Enkel des letzten Kaisers, geschrieben hat – und in dem er seinen Austritt aus dem elitären St. Georgs-Ordens bekanntgibt. Er sehe sich, so der Jurist und seit 2012 Ehrenpräsident des Europäischen Forums Alpbach, „gezwungen, die Würde des Ehrenritters des St. Georgs-Ordens, die ich aus Deinen Händen empfangen habe, zurückzulegen“.

Als Grund für seinen Entschluss führt Busek an, dass „die Auftritte des Prokurators zu einer Verwechslung des Ordens mit einer politischen Organisation (führen, Anm.), was m. E. dem Inhalt und der Aufgabe des Ordens widerspricht“. Darüber habe er bereits mehrfach „mit dem an sich von mir geschätzten Prokurator Norbert van Handel“ (ein oberösterreichischer Baron aus niederländischem Adelsgeschlecht) gesprochen und „geklärt, dass seine persönliche Präferenz nichts mit dem Orden zu tun hat“.

"Damit kommt der Orden in eine politische Optik"

Allerdings würden dessen Fernseh- und anderweitige Auftritte dieser Linie nicht folgen. „Damit kommt der Orden in eine politische Optik, die ich nicht vertreten kann“, schließt Busek den Brief, den er am Freitag aussandte. Laut einem Bericht des „profil" ist Busek nicht der einzige, dem die teils politischen Aktionen des Ordens missfallen. Demnach sieht der Zweite Nationalratspräsident Karlheinz Kopf (ÖVP) dessen Einsatz im laufenden Bundespräsidentenwahlkampf „sehr kritisch".

Und: Busek ist nicht der einzige (ehemalige) Politiker, der Mitglied in dem, im Jahr 1308 von den Habsburgern gegründeten und mittlerweile betont überparteilich agierenden, Orden ist. Zu den „Ehrenrittern“ gehören von ÖVP-Seite neben Busek die Landeshauptleute Erwin Pröll und Josef Pühringer, die früheren Landeshauptleute Herwig van Staa und Franz Schausberger, die frühere Justizministerin Beatrix Karl ist „Ehrendame“. Von der FPÖ gehören neben Norbert Hofer, dem Kandidaten für die Bundespräsidentschaftswahl, auch die Wiener Stadträtin Ursula Stenzel, die Abgeordneten Andreas Karlsböck und Gerald Ebinger sowie der frühere Justizminister Harald Ofner dem Orden an.

Detail am Rande: Das im September stattgefundene Treffen Hofers mit dem tschechischen Staatspräsidenten Miloš Zeman soll Van Handel eingefädelt haben.

>>> Brief von Erhard Busek

(Red.)

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