Van der Bellen "dreht" Salzburg und Niederösterreich

Innsbruck-Land übermittelte als einziger Wahlbezirk noch kein Ergebnis, weshalb das Endergebnis erst am Dienstag verkündet wirde.

Wahlkarte
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Wahlkarte – APA/HERBERT NEUBAUER

Ein vorläufiges landesweites Endergebnis der Bundespräsidentenwahl wird am Montag nicht feststehen. Tirol hat angekündigt, voraussichtlich erst am Dienstag fertig zu sein. Dabei ist es nur der Bezirk Innsbruck-Land, der nicht fertig gezählt hat. Alle anderen 112 Bezirkswahlbehörden hatten die Ergebnisse Montag gegen 20 Uhr bereits abgeliefert. Burgenland und Kärnten haben ihre Ergebnisse zwar dem Innenministerium übermittelt, aber nicht veröffentlicht.

In den anderen Bundesländern zeigte sich: Die Briefwahlstimmen bauten den Stimmenvorsprung des siegreichen Alexander Van der Bellen weiter aus. Salzburg ist am Montag wie erwartet an Alexander Van der Bellen gefallen. Der Ex-Grünen-Chef legte dort auf 52,0 Prozent zu und ist damit auch in diesem Bundesland Erster.

In Niederösterreich war es etwas knapper. Dort ist Van der Bellen nach Auszählung der Briefwahlstimmen nun mit 50,7 Prozent Erster. Etwas mehr als 100.000 Niederösterreich stimmten per Briefwahl ab - und wählten zu fast zwei Dritteln (63,3 Prozent) Van der Bellen. Damit kam er über die 50er-Marke - während Hofer von 50,8 auf jetzt 49,3 an Stimmenanteil verlor.

Drei Bundesländer bleiben Hofer

Im Burgenland, in Kärnten und in der Steiermark lag Hofer bei den Urnenwählern so weit vorne, dass die Hochrechner nicht davon ausgehen, dass durch die Briefwähler Van der Bellen über die 50er-Marke kommen kann.

In der Steiermark konnte Van der Bellen 61,2 Prozent der Briefwahlstimmen (61.098) für sich gewinnen. Norbert Hofer kam auf 38,8 Prozent oder 38.790 Stimmen. Inklusive Wahlkarten lag Hofer in der Grünen Mark bei 52,7 und Van der Bellen damit bei 47,3 Prozent. Hofer lag bei den Briefwählern nur in zwei Bezirken vorne, in Leibnitz (52,4 Prozent) und Südoststeiermark (50,8 Prozent)

Plus zwei Prozent für VdB in drei Bundesländern

Bereits um 18 Uhr waren neben Salzburg auch Vorarlberg, Salzburg auch Wien und Oberösterreich fertig ausgezählt. In den drei letztgenannten Ländern brachten die Briefwähler dem gewählten Bundespräsidenten Van der Bellen ein Plus von zwei Prozentpunkten.

In Wien legte Van der Bellen von 63,6 auf 65,7 Prozent zu, er hat insgesamt 533.697 Stimmen erhalten. Drei Viertel der Briefwähler hatten ihn angekreuzt. Norbert Hofer (FPÖ) hat in Wien inkl. Briefwahl 34,3 Prozent bzw. 278.894 Stimmen.

In Oberösterreich holte sich der nächste Bundespräsident zwei Drittel der Briefwahlstimmen - und kam damit letztlich auf 55,3 (Sonntagabend: 53,3) Prozent bzw. 440.631 Stimmen. Der FPÖ-Kandidat Norbert Hofer wurde von 44,7 Prozent bzw. 356.619 Oberösterreichern gewählt.

Stark gestiegen ist in beiden Ländern die Wahlbeteiligung: In Wien hoben die fast 149.000 abgegebenen Briefwahlstimmen die Beteiligung von 58,9 auf 71,8 Prozent, in Oberösterreich erreichte die Beteiligung mit den fast 110.000 Briefwahlkarten letztlich 75,1 (Sonntag: 65,2) Prozent. Beide Länder haben die Ergebnisse auf ihrer Homepage veröffentlicht, ehe das Innenministerium das Gesamtergebnis samt allen Teilresultaten publiziert.

In Vorarlberg erhielt Van der Bellen fast drei Mal so viele Briefwahlstimmen wie Hofer. Für den früheren Grünen-Chef kamen mit der Auszählung der Briefwahlkarten am Montag 19.781 Stimmen dazu, für Hofer waren es 6702. Damit verbesserte sich Van der Bellens vorläufiges Vorarlberger-Ergebnis von 60,4 auf 62,5 Prozent.

>> Alle Detailergebnisse der Bundespräsidentenwahl

Ein Fünftel weniger Wahlkarten

Für die gestrige Wiederholungswahl wurden 708.185 Wahlkarten ausgestellt - rund ein Fünftel weniger als im Mai (885.437). Von den Wahlkarten dürften rund 590.000 in die Briefwahlauszählung eingehen (Wahlkarten können ja auch für die Stimmabgabe in "fremden" Wahllokalen am Sonntag verwendet werden oder ungenutzt bleiben). Anders als bei der aufgehobenen Stichwahl im Mai, als die Briefwähler das Ergebnis noch zugunsten von Van der Bellen drehten, geben sie diesmal nicht den Ausschlag. Denn schon bei den am Wahlsonntag ausgezählten Urnenwählern liegt Van der Bellen mit den genannten 51,68 Prozent deutlich vorne.

Laut Leitfaden des Innenministeriums für die Wahlbehörden darf mit der Auszählung nicht vor 9 Uhr begonnen werden; eine Vorsortierung ist nur zulässig, wenn die Wahlkarte nicht aufgeschnitten wird. Hilfskräfte dürfen nur unter Aufsicht mitarbeiten, das Ergebnis muss von der Bezirkswahlbehörde - deren Mitglieder ordnungsgemäß zu laden sind - festgestellt und niedergeschrieben werden.

Am 23. Mai waren jedoch alle Wahlkarten schon vor 17 Uhr ausgezählt - auch in der Vielzahl der Bezirkswahlkreise, die gesetzeskonform gearbeitet haben.

(APA/aich)

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