Stichwahl in Innsbruck: Oppitz-Plörer führt knapp

Die amtierende Bürgermeisterin Oppitz Plörer liegt mit 31 Prozent hauchdünn vor VP-Kandidat Platzgummer. Die Piraten erobern ein Mandat.

TIROL: INNSBRUCK GEMEINDERATSWAHL /OPPITZ-PL�RER/ PLATZGUMMER
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Christine Oppitz-Plörer und Christoph Platzgummer – (c) APA/ROBERT PARIGGER (Robert Parigger)

Bei der Innsbrucker Bürgermeisterwahl ist eine Stichwahl in 14 Tagen fix. Nach dem vorläufigen Endergebnis lag die amtierende Bürgermeisterin Christine Oppitz Plörer von der bürgerlichen Liste "Für Innsbruck" mit 31 Prozent hauchdünn vor VP-Kandidat Christoph Platzgummer (28 Prozent). Auf die beiden Listen entfielen jeweils neun Mandate mit deutlichen Gewinnen der ÖVP und Verlusten der Bürgermeisterliste.

Die Grünen überholten mit acht Mandaten die SPÖ (sechs Mandate). Die Piraten zogen mit einem Sitz in den 40-köpfigen Gemeinderat ein. FPÖ und Rudi Federspiel erreichten jeweils drei Mandate, der ÖVP-Seniorenbund bleibt bei einem Mandat. Die Bürgermeister wurden erstmals direkt gewählt.

Piraten konnten Sitz erobern

Der 38-jährige Alexander Ofer ist damit als erster Pirat in einer österreichischen Körperschaft vertreten. Der Kochlehrling engagiert sich seit 2006 bei den politischen Freibeutern. Das Ergebnis zeige, dass die Menschen mehr Bürgerbeteiligung haben wollten. Und dafür würden sich künftig die Piraten einsetzen, so Ofer nach der Auszählung.

Die Tiroler Piratenpartei PPT war ursprünglich Teil der Bundesorganisation der österreichischen Piraten PPÖ. Die Tiroler wurden aber nach einem Disput im Jänner ausgeschlossen. Sie treten ebenfalls für typische Piraten-Themen wie Transparenz in der Politik, freien Zugang zu Kultur und Wissen und Datenschutz ein. Ofner hatte im Wahlkampf wiederholt "mehr Bürgerbeteiligung" eingefordert.

Platter: Bestätigung für bürgerliches Lager

In dem Ergebnis hat Tirols VP-Landeshauptmann Günther Platter Sonntagabend eine Bestätigung für das bürgerliche Lager gesehen. "Mit diesem Ergebnis ist sichergestellt, dass Innsbruck auch in Zukunft auf Basis unserer bürgerlichen Werte gut regiert werden wird", betonte Platter in einer Aussendung. Weiters freute er sich "ganz besonders", dass das nächste Stadtoberhaupt ebenfalls aus den Reihen der bürgerlichen Gruppierungen kommen werde.

Sichtlich erfreut gab sich auch Platzgummer: "Die Menschen wollen einen Wechsel". Er lade dazu ein, diesen Weg gemeinsam zu gehen. Über etwaige Koalitionspartner wollte Platzgummer keine Worte verlieren - zunächst müsse über Inhalte gesprochen werden, argumentierte er. "Für Innsbruck" sei Granat dafür, dass die FPÖ nicht in die Stadtregierung kommen werde, betonte Oppitz-Plörer: "Wir sind die Heimat der politischen Mitte". Für die Stichwahl will Oppitz-Plörer die Menschen in den nächsten Wochen von der "harten Arbeit" der letzten Jahre überzeugen. Nach dem Wahlkampf seien aus ihrer Sicht "keine Gräben offen".

FPÖ, der "unzufriedene Gewinner"

FP-Spitzenkandidat August Penz sah sich als "unzufriedener Gewinner". Er sei froh darüber, an Stimmen und Mandaten dazugewonnen zu haben. Unzufrieden mache ihn jedoch das Nicht-Erreichen seines persönlichen Zieles, nämlich zweistellig zu werden. Dass das umstrittene Wahlplakat mit dem Slogan "Heimatliebe statt Marokkaner-Diebe" sich negativ ausgewirkt habe, glaubte Penz nicht. Selbstverständlich müsse aber in den nächsten Tagen Ursachenforschung betrieben werden.

Innsbruck: Deutliche Entscheidung für Amtsinhaberin

Rudi Federspiel räumte ein, sein erklärtes Wahlziel "bei weitem nicht erreicht" zu haben. Zudem beklagte Federspiel die niedrige Wahlbeteiligung. Auch für die Grüne Spitzenkandidatin Sonja Pitscheider war die Wahlbeteiligung "erschreckend". Ein Grund dafür seien die jüngsten Korruptionsskandale, konstatierte sie. SPÖ-Spitzenkandidatin, Stadträtin Marie-Luise Pokorny-Reitter erklärte, dass es "weh tue", wenn man Mandate verliert. Wahlempfehlung für die Stichwahl wollte sie vorerst keine abgeben.

(APA)

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