Wie die Burschenschafter aus der Hofburg flogen

Druck der Ballgegner auf die Gesellschafter der Hofburg führte zum Rauswurf des WKR-Balls ab 2013.

Burschenschafter Hofburg flogen
Burschenschafter Hofburg flogen
(c) APA

Seit 43 Jahren gehört der Wiener Korporationsball zum Repertoire der Wiener Hofburg: Immer am letzten Freitag im Jänner treffen sich dort vor allem schlagende Coleurstudenten, darunter etwa Mitglieder der vom DÖW als rechtsextrem eingestuften Burschenschaft Olympia, zum Tanz. Eine Veranstaltung, die sich selbst als antifaschistisch definierenden Organisationen seit jeher ein Dorn im Auge ist.

Dass die Chefin des Hofburg-Konferenzzentrums, Renate Danler, am Donnerstag verkündete, dem WKR-Ball „aufgrund der aktuellen politischen und medialen Dimension" ab 2013 keinen Platz zu geben, kann sich vor allem Alexander Pollak auf die Fahnen schreiben. Der Sprecher der NGO „SOS Mitmensch" ist für die neue Strategie der Ballgegner verantwortlich, die Aufforderung, den WKR aus der Hofburg zu werfen, nicht an die Republik zu richten. Denn sie ist zwar Eigentümer der Räumlichkeiten, hat diese aber an die Konferenzzentrumsgesellschaft verpachtet. Und die gehört, wie Pollak feststellte, privaten Unternehmen, denen äußerst ungelegen wäre, öffentlich vorgeworfen zu bekommen, Rechtsextremen Platz zu geben: So sind etwa Casinos Austria, das Hotel Sacher, das Verkehrsbüro, die Austria Hotels und das Intercontinental Hofburg-Gesellschafter.

Diesen Unternehmen setzten die Ballgegner - neben SOS Mitmensch etwa die Israelitische Kultusgemeinde, „Asyl in Not", ÖH, Grüne und Teile der SPÖ - ihre Meinung auseinander. Dass sie künftig, sollte der Ball weiter in der Hofburg stattfinden, auch die Gesellschafter öffentlich verantwortlich machen würden, musste nicht erst ausdrücklich gesagt werden. In der Gesellschafterversammlung am Donnerstag wussten die Unternehmen jedenfalls, was zu tun war: Der Beschluss, den WKR-Ball künftig nicht mehr zu beherbergen, fiel einstimmig.

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