"Können über Honorar reden": SMS-Korrespondenz zwischen Kurz-Sprecher und Puller veröffentlicht

Das Nachrichtenmagazin "profil" legt die SMS-Korrespondenz vor. Der Sprecher von ÖVP-Chef Sebastian Kurz spricht von einer Verdrehung der Tatsachen.

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"profil" legt die SMS-Korrespondenz vor.
"profil" legt die SMS-Korrespondenz vor. – (c) Screenshot

Das Nachrichtenmagazin "profil" hat am Freitag die SMS-Korrespondenz zwischen Tal Silberstein-Kompagnon Peter Puller und dem Pressesprecher von ÖVP-Chef Sebastian Kurz veröffentlicht. Diese soll laut Puller belegen, dass die ÖVP ihm 100.000 Euro geboten haben soll, um die Seiten zu wechseln und Details der SPÖ-Kampagne zu verraten. "Können über Honorar für PR reden", heißt es in der SMS.

Puller behauptet, dass der persönliche Pressereferent von Außenminister Kurz versucht habe, sich in das Kampagnenteam des SPÖ-Beraters Silberstein einzukaufen. Die ÖVP und der Pressesprecher von Kurz dementieren diese Vorwürfe und haben am Freitag rechtliche Schritte gegen SPÖ und Puller angekündigt. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christoph Matznetter forderte im Gegenzug den Rücktritt von Sebastian Kurz - zumindest in seiner Position als Außenminister.

Im "profil" gab Puller nun weitere Details preis. Er habe demnach den Kurz-Sprecher am 17. Juli in dessen Büro im Außenministerium besucht. Die Initiative sei vom Kurz-Sprecher ausgegangen. Im Verlauf des Vieraugengesprächs soll dieser zunächst auf das Ausschalten des Handys bestanden haben, ehe er laut Puller auf einem Zettel sinngemäß notierte: "Wir wissen, dass du für die Sozis arbeitest. Wir bieten dir bis zu 100k, wenn du wechselst." Es sei klar gewesen, dass es um Infos aus der SPÖ-Kampagne gehe, so Puller. Er habe entgegnet, dass er diese Informationen nicht liefern könne.

Kurz-Sprecher: Verdrehung der Tatsachen

Einige Zeit später soll per SMS ein weiteres Treffen vereinbart worden sein. "Schlage vor wir treffen uns in erster Augustwoche, vielleicht weißt Du da schon was und wir können gleich über Honorar für PR reden, lg", heißt es in einem SMS des Pressesprechers, das "profil" im Faksimile zeigt. Dieser bestätigte zwar am Freitag in einem Gedächtnisprotokoll das Treffen mit Puller sowie die SMS, warf dem Silberstein-Mitarbeiter aber eine Verdrehung der Tatsachen vor. Er habe Puller mit Gerüchten konfrontiert, wonach dieser von Silberstein 100.000 Euro für Dirty Campaigning gegen Kurz erhalten habe. Nachdem Puller glaubhaft versichert hatte, weder mit Silberstein noch der SPÖ etwas zu tun zu haben, habe man danach über mögliche PR-Aufträge gesprochen.

Am 17. Juli, dem Tag des Treffens zwischen Puller und dem Kurz-Pressesprecher, soll übrigens auch ein PR-Dienstleistungsvertrag Pullers für Efgani Dönmez' Plattform "Stop Extremism" in Höhe von 180.000 Euro unterzeichnet worden sein. Darauf hatte zuletzt SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christoph Matznetter hingewiesen. Dönmez kandidiert bei der Nationalratswahl auf Platz 5 der ÖVP-Liste. Die Gesellschaft für Politikanalyse (ÖGP), die das von Dönmez initiierte Projekt unterstützt, dementierte aber derart hohe Zahlung. "Tatsächlich wurden seitens der ÖGP lediglich 1906,17 Euro aus Fremdaufwänden ersetzt und Herrn Puller für diese 8 Wochen kein Beratungshonorar bezahlt. Das bedeutet, dass der von der SPÖ kolportierte Vorwurf, dass 180.000 Euro an Herrn Puller geflossen seien, unwahr ist", teilten die ÖGP-Anwälte mit.

Nationalratswahl 2017

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(APA)

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