FDP-Chef Lindner betont Gemeinsamkeiten mit Neos

Der in Deutschland in Koalitionsverhandlungen steckende Liberale begleitet Neos-Chef Strolz auf den Wiener Naschmarkt und diskutiert über das Thema "German Mut trifft Heimat großer Chancen".

Christian Lindner und Matthias Strolz schießen ein Selfie
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Christian Lindner und Matthias Strolz schießen ein Selfie
Christian Lindner und Matthias Strolz schießen ein Selfie – REUTERS

Die Neos haben in der finalen Phase ihres Wahlkampfes Unterstützung aus Deutschland bekommen: Spitzenkandidat Matthias Strolz trat am Mittwoch gemeinsam mit Christian Lindner, Chef der liberalen FDP, auf. Der in Koalitionsverhandlungen steckende Liberale betonte in einer Pressekonferenz Gemeinsamkeiten. Die pinke Schwesterpartei habe auch als Vorbild für die Neuaufstellung seiner Bewegung gedient.

Als "politisches Start-up" bezeichnete Lindner sowohl die österreichischen Neos, als auch seine Partei nach deren Scheitern. Zuletzt konnte die FDP bei der Bundestagswahl in Deutschland 10,7 Prozent erreichen und gilt nun als ernsthafter Kandidat für die künftige Regierung. Nun löste Lindner sein Versprechen ein, im Falle eines Erfolgs Wahlkampfhilfe für die Neos zu leisten. "Es ist gut gelaufen, herzliche Gratulation", meinte auch Strolz.

 

"Zeige mir deine Freunde und ich sage dir, wer du bist", freute sich Strolz über die Hilfe wenige Tage vor der Nationalratswahl. Neos und FDP verbinde viel: Neben der Freiheitsliebe etwa der Einsatz für Nachhaltigkeit und Eigenverantwortung sowie die Schwerpunkte Bildung, Europa, Digitalisierung und Unternehmergeist. Beide Parteichefs hoffen zudem, dass sich in den jeweiligen künftigen Regierungen die pragmatischen Kräfte durchsetzen werden. "Ich bin gerne nach Wien gekommen, um Neos zu unterstützen", gab sich auch Lindner freundschaftlich verbunden. Die FDP habe von der Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren enorm profitiert. Das "politische Start-up" sei in der Prioritätensetzung und dem Stil so ganz anders gewesen als die zuvor gescheiterten Freien Demokraten in Deutschland. "Wir haben eine gemeinsame Basis, auf der wir stehen, eine gemeinsame Perspektive", betonte der FDP-Chef.

Zu den Regierungsverhandlungen in seinem Land betonte Lindner, dass er mit seiner Partei eine Trendwende erreichen wolle: Weg von der "sozialen Umverteilung", hin zur Bildung. In der Zuwanderungspolitik sieht er sich in der Mitte zwischen "dumpfer Abschottung" und "Naivität" in dieser Frage. Zudem hofft der FDP-Chef, dass die rechte AfD lediglich ein deutsches Phänomen bleibe. Die Kultur habe sich allerdings verändert: Die Debatte sei "verroht", die Umgangsweise "verprollt".

Die Wahlkampf-Hilfe Linderns für die Neos erschöpft sich nicht im gemeinsamen Auftritt. Mittwochnachmittag sollte er Strolz, Irmgard Griss und Beate Meinl-Reisinger bei einer Tour durch den Wiener Naschmarkt begleiten. Für den Abend ist eine Diskussionsveranstaltung unter dem Motto "German Mut trifft Heimat großer Chancen" im Stadtkino im Künstlerhaus geplant.

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Die Nationalratswahl findet am 15. Oktober 2017 statt. Bundesweit treten zehn Listen an: SPÖ, ÖVP, FPÖ, Grüne, Neos, Liste Pilz, Weiße, FLÖ, KPÖ PLUS, GILT.

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(APA)

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