Nationalratswahl

Von "Wandel" bis ÖVP: Die Spitzenkandidaten im Kurzporträt

Acht Parteien stehen bei der Nationalratswahl am 29. September bundesweit auf dem Stimmzettel. Ein Blick auf die Listenersten.

Acht Parteien stehen bei der Nationalratswahl am 29. September fix in allen neun Bundesländern auf dem Stimmzettel: ÖVP, SPÖ, FPÖ, Neos, Jetzt, die Grünen, KPÖ und erstmals auch "Wandel" haben rechtzeitig vor dem Einreichschluss ausreichend unterstützte Wahlvorschläge eingereicht. Ein Überblick über die Listenersten.

(c) APA/HANS PUNZ (HANS PUNZ)

Sebastian Kurz (ÖVP)

Für die Volkspartei geht mit Sebastian Kurz der Altkanzler ins Rennen. Der 33-Jährige zeigte schon in Schülertagen Interesse an einer Mitarbeit in der Jungen Volkspartei, deren Wiener Teilorganisation er ab 2008 anführte. 2009 wurde er Obmann der Bundes-JVP. Gefördert vom früheren Wiener ÖVP-Chef Johannes Hahn kam Kurz 2010 zu einem Mandat im Wiener Landtag. Ein Jahr später wurde er von Neo-ÖVP-Obmann Michael Spindelegger überraschend ins neu gebildete Integrationsstaatssekretariat geholt. Bei der Neuauflage von Rot-Schwarz stieg Kurz dann zum Außenminister auf.

APA/HERBERT PFARRHOFER

Nach dem Rückzug von Reinhold Mitterlehner im Mai 2017 machte ihn die Volkspartei zu ihrem neuen Chef und Kurz kündigte die Koalition mit der SPÖ auf. Bei der darauffolgenden Nationalratswahl a 15. Oktober 2017 holte der gebürtige Wiener mit seiner türkis eingefärbten ÖVP den ersten Platz und ging eine Koalition mit den Freiheitlichen ein, die nach knapp eineinhalb Jahren durch das "Ibiza-Video" ein jähes Ende fand.

APA/HERBERT PFARRHOFER

Pamela Rendi-Wagner (SPÖ)

Pamela Rendi-Wagner ist die erste Frau an der Spitze der SPÖ. Ihre Kür zur Bundesparteiobfrau im Dezember 2017 war freilich eher aus der Not geboren. Dass der damalige Bundesparteivorsitzende Christian Kern hinschmiss, kam zu diesem Zeitpunkt überraschend. Alle anderen Kandidaten wollten nicht, also blieb nur Rendi-Wagner über, die kaum der Partei beigetreten war, aber nach Meinung der Sozialdemokraten in ihrer kurzen Zeit als Gesundheitsministerin Potenzial für Höheres erkennen hat lassen.

(c) APA/HANS KLAUS TECHT (HANS KLAUS TECHT)

Die 48-jährige Wienerin absolvierte ein Medizinstudium, danach arbeitete die Impfexpertin unter anderem an der Med-Uni Wien sowie an der Universität Tel Aviv. Ab 2011 war die Mutter von zwei Töchtern Sektionschefin und Generaldirektorin für die öffentliche Gesundheit im Gesundheitsministerium. Im März 2017 stieg sie zur Ressortchefin auf. Mit der Bildung der türkis-blauen Regierung wechselte sie in den Nationalrat, seit September des Vorjahres war Rendi-Wagner zunächst geschäftsführend und ist seit Dezember gewählt Vorsitzende der SPÖ.

(c) APA/HANS KLAUS TECHT (HANS KLAUS TECHT)

Norbert Hofer (FPÖ)

Der in zweiter Ehe verheiratete Norbert Hofer folgte stets treu seinem ehemaligen Partei-Chef Heinz-Christian Strache und ließ sich von diesem 2016 auch dazu überreden, die Kandidatur für die Bundespräsidentschaftswahl zu wagen. Die damalige knappe Niederlage gegen Alexander Van der Bellen erwies sich für die Partei rückblickend als Glücksfall: Die lange Wahlauseinandersetzung machte den Vater von vier Kindern österreichweit bekannt - sodass er nach dem Rücktritt Straches infolge des "Ibiza-Videos" die Parteiführung übertragen bekam.

APA/AFP/ALEX HALADA

Zusätzliches Asset des 48-jährigen gelernten Flugzeugtechnikers ist auch sein Image als seriöses Gesicht der FPÖ: Der meist lächelnd auftretende Burgenländer gibt sich verbindlich im Ton und hielt sich in der Vergangenheit auch von einschlägig rechten Aussagen weitgehend fern. Bei aller Freundlichkeit gilt Hofer freilich als hart in der Sache: Der Autor des FPÖ-Parteiprogramms ist klarer Parteiideologe und pflegt auch Verbindungen zu konservativen Kreisen wie dem elitären St. Georgs-Orden, bei dem er Ehrenritter ist.

REUTERS

Beate Meinl-Reisinger (Neos)

Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger muss bei der kommenden Nationalratswahl zeigen, dass die Pinken auch ohne Matthias Strolz überlebensfähig sind. Das hinter den Erwartungen gebliebene Ergebnis bei der EU-Wahl von 8,4 Prozent konnte noch nicht ganz überzeugen. Dass sie bei Wahlen reüssieren kann, hat die Mutter von drei Töchtern aber schon bewiesen. Trotz einer für die Neos ungünstigen Stimmungslage führte sie die Partei 2015 sicher in den Wiener Landtag. Das Ergebnis bei der vergangenen Nationalratswahl, als sie die Landesliste anführte, war freilich eher durchwachsen.

APA/GEORG HOCHMUTH

An ihrem Selbstbewusstsein genagt hat das nicht. Die 41-jährige studierte Juristin gilt als forsch und ist mittlerweile für ihre kämpferischen Auftritte bekannt. Das politische Geschäft lerne sie bei der ÖVP, wo sie u.a. Othmar Karas im EU-Parlament assistierte, auch war sie Mitglied des Kabinetts von Familienstaatssekretärin Christine Marek.

An der Seite von Strolz wurde Meinl-Reisinger dann Mitbegründerin der Neos - und übernahm im Mai 2018 das Ruder der Partei, als sich Strolz zurückzog.Bald darauf wurde Meinl-Reisinger schwanger, nahm sich nach der Geburt aber nur wenige Wochen Auszeit, um weiter zu arbeiten.

APA/HANS PUNZ

Werner Kogler (Grüne)

Kaum hat er die EU-Wahl geschlagen, findet sich Werner Kogler erneut in der Rolle des Spitzenkandidaten wieder. Der Bundeskongress der Grünen hob in auf das sprichwörtliche Schild, um bei der Nationalratswahl das Comeback der Partei endgültig abzuschließen. Die Chancen dafür stehen gut: Kogler gibt sich zwar bescheiden und gibt gerade einmal den Wiedereinzug als Ziel aus, die Umfragen deuten aber sogar in Richtung Zweistelligkeit.

APA/BARBARA GINDL

Der am 20. November 1961 in Hartberg geborene Kogler - ein Magister der Volkswirtschaft - ist ein grünes Urgestein. In den 1980er-Jahren war er Gründungsmitglied der steirischen Partei, bis 2014 ihr Landessprecher - und saß zuvor schon von 1985 bis 1988 im Grazer Gemeinderat. 1999 zog er in den Nationalrat ein, war Leiter des Rechnungshofausschusses, Budget- und Finanzsprecher, stellvertretender Klubchef unter Eva Glawischnig - und fiel nicht nur mit langen Reden (2010 filibusterte er fast 13 Stunden lang) und Sachkenntnis, sondern auch als Aufdecker u.a. in der Causa Hypo auf. Nach dem Debakel 2017 sanierte er die grüne Bundespartei, seit November 2018 ist er Bundessprecher.

APA/GEORG HOCHMUTH

Peter Pilz (Liste Jetzt)

Die Umfragewerte sehen für den ehemaligen Grünen-Politiker Peter Pilz nicht so gut aus wie beim ersten Antritt der Liste Jetzt 2017 (damals Liste Pilz), als sie es auf Anhieb in den Nationalrat schafft. Doch der "Aufdecker" gibt sich optimistisch und sieht sich und sein Team als einige kritische Kontrollkraft im Land. 

Pilz, der am 22. Jänner 1954 in Kapfenberg geboren wurde, hatte dem Nationalrat seit 1986 angehört, unterbrochen nur durch seine "Wiener Jahre" von 1991 bis 1999. Gleich nach dem Erfolg mit seiner neuen Partei bekam Pilz' Image jedoch einen Kratzer - durch Anschuldigungen bezüglich sexueller Belästigung. Auch sein Nationalrats-Comeback nach Einstellung der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft brachte nicht mehr den alten Glanz zurück, auch wenn sich der 65-Jährige in den U-Ausschüssen profilieren konnte.

imago images / Viennareport

Dem Doktor der Wirtschaftswissenschaften liegt die Politik jedenfalls im Blut. Begonnen hatte alles bei den SPÖ-Studenten, wo er rausgeschmissen wurde, sowie bei der Gruppe Revolutionärer Marxisten. Danach gehörte er zur Gründer-Generation der Grünen. Jetzige Bemühungen des verheirateten Pilz um eine Annäherung mit seiner Ex-Partei scheiterten.

APA/ROLAND SCHLAGER

Ivo Hajnal (KPÖ)

Der Sprachwissenschafter Ivo Hajnal hat sich früher in der SPÖ politisch engagiert. 2017 gründete er die "links-progressive" Alternative Liste Innsbruck (ALI) - jetzt Teil der KPÖ-Plus-Wahlplattform "Wir können". Beruflich lehrt und forscht der am 11. Mai 1961 in Zürich geborene Hajnal an der Uni Innsbruck. Zuvor an den Unis in Berlin und Münster tätig, zog der Professor 2001 nach Tirol.

Seit 2005 ist er auch Vorsitzender des Senats der Uni Innsbruck. Der Sprachwissenschafter befasst sich u.a. mit vorderasiatischen und ägäischen Sprachen der Bronzezeit - aber auch mit dem Sprachgebrauch in der Unternehmenskommunikation und im Corporate Publishing.

APA/ROLAND SCHLAGER

Fayad Mulla (Wandel)

Sieben Jahre nach der Gründung des "Wandels" haben es Parteichef Fayad Mulla erstmals geschafft: Ihre "Alternative zum neoliberalen Wahn" steht österreichweit auf den Stimmzetteln. Mulla, Sohn einer Steirerin und eines Syrers, wurde am 19. Dezember 1980 in St. Veit an der Glan geboren. Er studierte Internationalen Entwicklung und war in einer Reihe von Hilfsorganisationen tätig.

2012 gründete er die Partei "Wandel". 2013 holte sie bei der Nationalratswahl in Oberösterreich und Wien 3051 Stimmen bzw. 0,07 Prozent. Bei der EU-Wahl 2014 ging "Wandel" u.a. mit KPÖ und Piraten die - mit 2,14 Prozent recht erfolgreiche - Wahlallianz "Europa Anders" ein.

(c) harold naaijer
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Acht Parteien stehen bei der Nationalratswahl am 29. September fix in allen neun Bundesländern auf dem Stimmzettel: ÖVP, SPÖ, FPÖ, Neos, Jetzt, die Grünen, KPÖ und erstmals auch "Wandel" haben rechtzeitig vor dem Einreichschluss ausreichend unterstützte Wahlvorschläge eingereicht. Ein Überblick über die Listenersten.

(c) APA/HANS PUNZ (HANS PUNZ)

Sebastian Kurz (ÖVP)

Für die Volkspartei geht mit Sebastian Kurz der Altkanzler ins Rennen. Der 33-Jährige zeigte schon in Schülertagen Interesse an einer Mitarbeit in der Jungen Volkspartei, deren Wiener Teilorganisation er ab 2008 anführte. 2009 wurde er Obmann der Bundes-JVP. Gefördert vom früheren Wiener ÖVP-Chef Johannes Hahn kam Kurz 2010 zu einem Mandat im Wiener Landtag. Ein Jahr später wurde er von Neo-ÖVP-Obmann Michael Spindelegger überraschend ins neu gebildete Integrationsstaatssekretariat geholt. Bei der Neuauflage von Rot-Schwarz stieg Kurz dann zum Außenminister auf.

APA/HERBERT PFARRHOFER

Nach dem Rückzug von Reinhold Mitterlehner im Mai 2017 machte ihn die Volkspartei zu ihrem neuen Chef und Kurz kündigte die Koalition mit der SPÖ auf. Bei der darauffolgenden Nationalratswahl a 15. Oktober 2017 holte der gebürtige Wiener mit seiner türkis eingefärbten ÖVP den ersten Platz und ging eine Koalition mit den Freiheitlichen ein, die nach knapp eineinhalb Jahren durch das "Ibiza-Video" ein jähes Ende fand.

APA/HERBERT PFARRHOFER

Pamela Rendi-Wagner (SPÖ)

Pamela Rendi-Wagner ist die erste Frau an der Spitze der SPÖ. Ihre Kür zur Bundesparteiobfrau im Dezember 2017 war freilich eher aus der Not geboren. Dass der damalige Bundesparteivorsitzende Christian Kern hinschmiss, kam zu diesem Zeitpunkt überraschend. Alle anderen Kandidaten wollten nicht, also blieb nur Rendi-Wagner über, die kaum der Partei beigetreten war, aber nach Meinung der Sozialdemokraten in ihrer kurzen Zeit als Gesundheitsministerin Potenzial für Höheres erkennen hat lassen.

(c) APA/HANS KLAUS TECHT (HANS KLAUS TECHT)

Die 48-jährige Wienerin absolvierte ein Medizinstudium, danach arbeitete die Impfexpertin unter anderem an der Med-Uni Wien sowie an der Universität Tel Aviv. Ab 2011 war die Mutter von zwei Töchtern Sektionschefin und Generaldirektorin für die öffentliche Gesundheit im Gesundheitsministerium. Im März 2017 stieg sie zur Ressortchefin auf. Mit der Bildung der türkis-blauen Regierung wechselte sie in den Nationalrat, seit September des Vorjahres war Rendi-Wagner zunächst geschäftsführend und ist seit Dezember gewählt Vorsitzende der SPÖ.

(c) APA/HANS KLAUS TECHT (HANS KLAUS TECHT)

Norbert Hofer (FPÖ)

Der in zweiter Ehe verheiratete Norbert Hofer folgte stets treu seinem ehemaligen Partei-Chef Heinz-Christian Strache und ließ sich von diesem 2016 auch dazu überreden, die Kandidatur für die Bundespräsidentschaftswahl zu wagen. Die damalige knappe Niederlage gegen Alexander Van der Bellen erwies sich für die Partei rückblickend als Glücksfall: Die lange Wahlauseinandersetzung machte den Vater von vier Kindern österreichweit bekannt - sodass er nach dem Rücktritt Straches infolge des "Ibiza-Videos" die Parteiführung übertragen bekam.

APA/AFP/ALEX HALADA

Zusätzliches Asset des 48-jährigen gelernten Flugzeugtechnikers ist auch sein Image als seriöses Gesicht der FPÖ: Der meist lächelnd auftretende Burgenländer gibt sich verbindlich im Ton und hielt sich in der Vergangenheit auch von einschlägig rechten Aussagen weitgehend fern. Bei aller Freundlichkeit gilt Hofer freilich als hart in der Sache: Der Autor des FPÖ-Parteiprogramms ist klarer Parteiideologe und pflegt auch Verbindungen zu konservativen Kreisen wie dem elitären St. Georgs-Orden, bei dem er Ehrenritter ist.

REUTERS

Beate Meinl-Reisinger (Neos)

Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger muss bei der kommenden Nationalratswahl zeigen, dass die Pinken auch ohne Matthias Strolz überlebensfähig sind. Das hinter den Erwartungen gebliebene Ergebnis bei der EU-Wahl von 8,4 Prozent konnte noch nicht ganz überzeugen. Dass sie bei Wahlen reüssieren kann, hat die Mutter von drei Töchtern aber schon bewiesen. Trotz einer für die Neos ungünstigen Stimmungslage führte sie die Partei 2015 sicher in den Wiener Landtag. Das Ergebnis bei der vergangenen Nationalratswahl, als sie die Landesliste anführte, war freilich eher durchwachsen.

APA/GEORG HOCHMUTH

An ihrem Selbstbewusstsein genagt hat das nicht. Die 41-jährige studierte Juristin gilt als forsch und ist mittlerweile für ihre kämpferischen Auftritte bekannt. Das politische Geschäft lerne sie bei der ÖVP, wo sie u.a. Othmar Karas im EU-Parlament assistierte, auch war sie Mitglied des Kabinetts von Familienstaatssekretärin Christine Marek.

An der Seite von Strolz wurde Meinl-Reisinger dann Mitbegründerin der Neos - und übernahm im Mai 2018 das Ruder der Partei, als sich Strolz zurückzog.Bald darauf wurde Meinl-Reisinger schwanger, nahm sich nach der Geburt aber nur wenige Wochen Auszeit, um weiter zu arbeiten.

APA/HANS PUNZ

Werner Kogler (Grüne)

Kaum hat er die EU-Wahl geschlagen, findet sich Werner Kogler erneut in der Rolle des Spitzenkandidaten wieder. Der Bundeskongress der Grünen hob in auf das sprichwörtliche Schild, um bei der Nationalratswahl das Comeback der Partei endgültig abzuschließen. Die Chancen dafür stehen gut: Kogler gibt sich zwar bescheiden und gibt gerade einmal den Wiedereinzug als Ziel aus, die Umfragen deuten aber sogar in Richtung Zweistelligkeit.

APA/BARBARA GINDL

Der am 20. November 1961 in Hartberg geborene Kogler - ein Magister der Volkswirtschaft - ist ein grünes Urgestein. In den 1980er-Jahren war er Gründungsmitglied der steirischen Partei, bis 2014 ihr Landessprecher - und saß zuvor schon von 1985 bis 1988 im Grazer Gemeinderat. 1999 zog er in den Nationalrat ein, war Leiter des Rechnungshofausschusses, Budget- und Finanzsprecher, stellvertretender Klubchef unter Eva Glawischnig - und fiel nicht nur mit langen Reden (2010 filibusterte er fast 13 Stunden lang) und Sachkenntnis, sondern auch als Aufdecker u.a. in der Causa Hypo auf. Nach dem Debakel 2017 sanierte er die grüne Bundespartei, seit November 2018 ist er Bundessprecher.

APA/GEORG HOCHMUTH

Peter Pilz (Liste Jetzt)

Die Umfragewerte sehen für den ehemaligen Grünen-Politiker Peter Pilz nicht so gut aus wie beim ersten Antritt der Liste Jetzt 2017 (damals Liste Pilz), als sie es auf Anhieb in den Nationalrat schafft. Doch der "Aufdecker" gibt sich optimistisch und sieht sich und sein Team als einige kritische Kontrollkraft im Land. 

Pilz, der am 22. Jänner 1954 in Kapfenberg geboren wurde, hatte dem Nationalrat seit 1986 angehört, unterbrochen nur durch seine "Wiener Jahre" von 1991 bis 1999. Gleich nach dem Erfolg mit seiner neuen Partei bekam Pilz' Image jedoch einen Kratzer - durch Anschuldigungen bezüglich sexueller Belästigung. Auch sein Nationalrats-Comeback nach Einstellung der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft brachte nicht mehr den alten Glanz zurück, auch wenn sich der 65-Jährige in den U-Ausschüssen profilieren konnte.

imago images / Viennareport

Dem Doktor der Wirtschaftswissenschaften liegt die Politik jedenfalls im Blut. Begonnen hatte alles bei den SPÖ-Studenten, wo er rausgeschmissen wurde, sowie bei der Gruppe Revolutionärer Marxisten. Danach gehörte er zur Gründer-Generation der Grünen. Jetzige Bemühungen des verheirateten Pilz um eine Annäherung mit seiner Ex-Partei scheiterten.

APA/ROLAND SCHLAGER

Ivo Hajnal (KPÖ)

Der Sprachwissenschafter Ivo Hajnal hat sich früher in der SPÖ politisch engagiert. 2017 gründete er die "links-progressive" Alternative Liste Innsbruck (ALI) - jetzt Teil der KPÖ-Plus-Wahlplattform "Wir können". Beruflich lehrt und forscht der am 11. Mai 1961 in Zürich geborene Hajnal an der Uni Innsbruck. Zuvor an den Unis in Berlin und Münster tätig, zog der Professor 2001 nach Tirol.

Seit 2005 ist er auch Vorsitzender des Senats der Uni Innsbruck. Der Sprachwissenschafter befasst sich u.a. mit vorderasiatischen und ägäischen Sprachen der Bronzezeit - aber auch mit dem Sprachgebrauch in der Unternehmenskommunikation und im Corporate Publishing.

APA/ROLAND SCHLAGER

Fayad Mulla (Wandel)

Sieben Jahre nach der Gründung des "Wandels" haben es Parteichef Fayad Mulla erstmals geschafft: Ihre "Alternative zum neoliberalen Wahn" steht österreichweit auf den Stimmzetteln. Mulla, Sohn einer Steirerin und eines Syrers, wurde am 19. Dezember 1980 in St. Veit an der Glan geboren. Er studierte Internationalen Entwicklung und war in einer Reihe von Hilfsorganisationen tätig.

2012 gründete er die Partei "Wandel". 2013 holte sie bei der Nationalratswahl in Oberösterreich und Wien 3051 Stimmen bzw. 0,07 Prozent. Bei der EU-Wahl 2014 ging "Wandel" u.a. mit KPÖ und Piraten die - mit 2,14 Prozent recht erfolgreiche - Wahlallianz "Europa Anders" ein.

(c) harold naaijer