Wie man richtig per Briefwahl / Wahlkarte wählt

Ob im In- oder Ausland, per Post, persönlich oder via Boten: In Österreich gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, seine Stimme abzugeben. Ein Überblick.

 Inhalt eines Wahlkarten-Sets für die Nationalratwahl 2019
 Inhalt eines Wahlkarten-Sets für die Nationalratwahl 2019
Inhalt eines Wahlkarten-Sets für die Nationalratwahl 2019 – APA/GEORG HOCHMUTH

Die Stimmabgabe für die Nationalratswahl ist bereits im Gang. Mittlerweile gibt es neben der Urnenwahl am Wahlsonntag einige andere Möglichkeiten. Für all diese braucht man eine Wahlkarte, welche gleich nach Erhalt ausgefüllt und per Post, Boten oder persönlich der (aufgedruckten) Bezirkswahlbehörde zukommen gelassen werden kann. Seine Stimme abgeben kann man vor dem 29. September auch per Post aus dem In- oder Ausland oder sie direkt zur Bezirkswahlbehörde bringen (lassen), am Wahlsonntag österreichweit in einem "fremden" Wahllokal abgeben (lassen), oder, wenn man bettlägerig ist, vor einer "fliegenden Wahlbehörde" wählen.

Für jede Stimmabgabe außerhalb des "eigenen" Wahllokals ist eine Wahlkarte nötig. Die sollte man sich rasch besorgen - denn es zählen nur die Stimmen, die am 29. September um 17 Uhr bei der Wahlbehörde eingelangt sind.

Die einzelnen Schritte für Brief- und Wahlkartenwahl:

Wahlkarte beantragen: Schriftlich (per Brief, Karte vom Wahl-Folder, Fax, E-Mail, App "Digitales Amt", online) oder persönlich bei der Gemeinde, in deren Wählerevidenz man steht. Die Identität muss nachgewiesen werden; geschieht dies nicht beim Antrag, wird die Wahlkarte eingeschrieben zugestellt. Letzter Termin für den Antrag ist der Mittwoch, wenn man sich die Wahlkarte zusenden lässt - und der Freitag (12 Uhr), wenn man sie selbst oder ein Bevollmächtigter sie am Gemeindeamt (Magistratischen Bezirksamt) abholt.

Briefwählen: Partei am Stimmzettel ankreuzen, nach Wunsch je einen Vorzugsstimmen-Kandidaten der selben Partei für Bund und Land eintragen (Listen liegen bei), einen Vorzugsstimmen-Kandidaten der selben Partei für den Wahlkreis ankreuzen - Stimmzettel in das gummierte Wahlkuvert stecken, dieses zukleben, in die Wahlkarte zurücklegen - durch Unterschrift bestätigten, dass man persönlich, unbeobachtet und unbeeinflusst gewählt hat - Wahlkarte zukleben.

Postweg: Die Adresse der Bezirkswahlbehörde ist aufgedruckt, das Porto übernimmt der Bund. Die Wahlkarte muss spätestens am 28. September um 9 Uhr im Briefkasten liegen; die Post hebt ausnahmsweise am Samstag aus und liefert die Wahlkarten zeitgerecht ab.

Abgabe bei der Wahlbehörde: Schon vor dem oder am 29. September direkt bei der Bezirkswahlbehörde (Adresse ist aufgedruckt) - entweder persönlich oder durch eine andere Person. In Wien und Statutarstädten holt man die Wahlkarte bei der Bezirkswahlbehörde ab - und kann sie gleich dort ausfüllen und wieder abgeben.

Urnenwahl am 29. September: Persönlich im "eigenen" Wahllokal oder in jedem beliebigen Wahllokal Österreichs - aber nur mit nicht ausgefüllter Wahlkarte. Diese wechselt man im Wahllokal gegen einen Stimmzettel. Ist die Wahlkarte ausgefüllt, kommt sie in den Topf "Briefwahl". Zu beachten ist, dass viele Wahllokale nicht bis 17 Uhr offen haben.

"Zweite Chance": Hat man die Wahlkarte nicht rechtzeitig von der Post abgeholt, kann man sie am Sonntag bei einer Gemeindewahlbehörde in der Nähe des Zustellortes bekommen - und gleich damit wählen. Wo erfährt man durch einen Anruf im Innenministerium unter 0800 202220.

Wählen im Ausland: Auch für die Briefwahl aus dem Ausland gilt Annahmeschluss Sonntag, 17.00 Uhr. Da der Postweg länger dauert, sollte man sich flott entscheiden. Im EU-Raum und in der Schweiz können die ausgefüllten Wahlkarten bis Montag, 23. September, bei einer österreichischen Vertretungsbehörde oder Einheit abgegeben werden. Außerhalb des EWR ist dies nur bis Freitag, 20. September, möglich.

Hinweis

Online kann man Wahlkarten mit und ohne digitale Signatur über http://oesterreich.gv.at beantragen, ebenso über die App "Digitales Amt". Das Innenministerium informiert auf http://nationalratswahl2019 und beantwortet auf der Wahl-Hotline (erreichbar unter 0800 202220 bzw. aus dem Ausland +43 1 53126 2700) Fragen zur Wahl.

(APA)

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