TV-Analyse: Regierung weniger auf Sendung

Nachdem die Grünen moniert hatten, dass SPÖ und ÖVP zu oft in der „ZiB“ vorkommen, sank die Sendezeit für die Koalition deutlich.

TVAnalyse Regierung weniger Sendung
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Spindelegger Faymann – (c) APA/ROLAND SCHLAGER (ROLAND SCHLAGER)

Wien/Aich. Schwere Geschütze fuhren die Grünen auf, weil im Juli noch drei Viertel der innenpolitischen Berichterstattung in den „ZiB“-Sendungen auf die Regierungsparteien entfielen. Ein „journalistisches Armutszeugnis“ sei das, meinte der grüne Mediensprecher Dieter Brosz gegenüber der „Presse“. Während der ORF betonte, nur nach journalistischen Kriterien gehandelt zu haben.

Der von den Grünen Mitte August vorgetragene Protest hat aber möglicherweise seine Wirkung nicht verfehlt, meinen die Experten von Media-Affairs, die für die „Presse“ die TV-Daten auswerten. Denn in den letzten beiden Augustwochen belief sich der Anteil der Regierungsparteien in der „Zeit im Bild“ um 19.30 Uhr auf nur mehr rund 50Prozent. „Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Berichterstattung bezüglich der Wahlkampfaktivitäten relativ ausgewogen scheint“, meint Media-Affairs-Chef Walter Schwaiger in seiner Analyse. Allerdings: Wenn es um sachpolitische Themen gehe, bleibt „eine außerordentlich starke Dominanz der Regierungsparteien erkennbar“.

In der „ZiB1“ um 19.30 Uhr gingen die meisten Minuten im August an die ÖVP (28 Prozent) gefolgt von der SPÖ (26 Prozent). In der „ZiB2“ fiel der Vorsprung von schwarzen gegenüber roten Politikern deutlicher aus (30 zu 20 Prozent). Bemerkenswert ist aber auch, dass mehr als ein Drittel der „ZiB2“-Sendezeit Parteien gewidmet wurde, die nicht im Parlament vertreten sind. In der „ZiB1“ kamen die außerparlamentarischen Politiker nur auf zwei Prozent.

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(c) Die Presse / GK – (c) Die Presse / GK

WEITERE INFORMATIONEN: www.mediaaffairs.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.09.2013)

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