Ingrid Felipe: Als "Umweltfighterin" gegen grüne Bedeutungslosigkeit

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Die Ausgangslage hätte besser sein können: Vier Monate hielt Ingrid Felipe als grüne Bundessprecherin durch, bevor sie das Amt - nach verlorener Nationalratswahl - wieder abgab. Kritik wurde laut, sie habe die Partei im Stich gelassen. Umfragen sagen die Zweistelligkeit im "heiligen Land" (2013 gab es 12,59 Prozent) gefährdet.

Für die bisherige Tiroler Landeshauptmann-Stellvertreterin Grund genug, sich als "Umweltfighterin" in Stellung zu bringen, um ein neuerliches Wahldesaster zu verhindern. Ein Plan, der aufging. Felipe sprach am Sonntag von einem "Achtungserfolg".

APA/HELMUT FOHRINGER
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Im Wahlkampf erinnerte die heute 39-Jährige gerne an ihre (vor Bundespartei-)Erfolge: Die studierte Betriebswirtin führte die Tiroler Grünen 2013 als Spitzenkandidatin in die Landtagswahl - und verhalf der Ökopartei zu ihrem zweitstärksten Ergebnis im "heiligen Land" und damit zum dritten Platz.

APA/EXPA/JFK
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In lediglich drei Sondierungsrunden führte Felipe anschließend das grüne Verhandlungsteam in Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP - und das Ergebnis konnte sich durchaus sehen lassen: Zwei grüne Landesräte und die Agenden Umwelt- und Klimaschutz, Verkehr, Frauen, Soziales und Integration.

APA/THOMAS BÖHM/TT
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Danach galt den Bundesgrünen das "Tiroler Modell" vielfach als Referenz und die innerparteiliche Reputation Felipes wuchs zusehends. Im Februar 2016 folgte die 39-Jährige, die sich innerparteilich den Ruf als gute Netzwerkerin erarbeitet hatte, schließlich der Wiener Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou als stellvertretende Bundessprecherin nach. Die damalige Grünen-Chefin Eva Glawischnig bezeichnete sie als "Repräsentantin einer neuen Frauengeneration der Grünen".

(c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)
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Wie nahe manchmal Erfolg und Misserfolg liegen, musste Felipe, die innerhalb der Grünen eher der "Realo"-als der "Fundi"-Fraktion zuzurechnen ist, schmerzlich bei der Nationalratswahl als Nachfolgerin Glawischnigs im Oktober in Erfahrung bringen. Nach dem Ausscheiden aus dem Nationalrat zog sie die Konsequenzen und trat als Bundessprecherin zurück.

APA/EXPA/GRODER
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Eckdaten

Ingrid Felipe wurde am 22. August 1978 in Hall in Tirol geboren. 1997 legte sie die Matura an der Handelsakademie in Innsbruck ab. Danach absolvierte die langjährige Handball-Spielerin das Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Innsbruck und arbeitete u.a. im Projektmanagement bei diversen Veranstaltungen des Tiroler Handballverbandes sowie als Büromanagerin in einem Architekturbüro.

Von 2005 bis 2010 fungierte die Mutter eines jugendlichen Sohnes als Finanzreferentin der Grünen, ab 2009 als Landessprecherin. Im Mai 2012 zog Felipe als Nachfolgerin der aus gesundheitlichen Gründen ausgeschiedenen Abgeordneten Maria Scheiber in den Tiroler Landtag ein. Im Mai 2013 wurde sie vom Tiroler Landtag zur LHStv. und Landesrätin unter anderem für Umwelt- und Klimaschutz sowie Verkehr gewählt.

APA/EXPA/JOHANN GRODER
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