Günther Platter: Der Buchdrucker verteidigt den Landeschefsessel

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Im August überrundete Günther Platter (ÖVP) seinen Vor-Vorgänger Wendelin Weingartner - und nahm Kurs auf Platz eins in den Annalen der Tiroler Landeshauptleute. Diesen hat derzeit Eduard Wallnöfer (1963 bis 1987) inne.

Ob der 63-jährige gelernte Buchdrucker und Gendarm den Rekord brechen kann, wird sich zeigen. Über 40 Prozent der Tiroler wählten ihn am Sonntag jedenfalls in die dritte Amtszeit.

APA/EXPA/JFK
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Sein Weg auf den Landeshauptmann-Stuhl führte Platter, dessen politische Karriere als Gemeinderat (1986 bis 1989) in seiner Heimatgemeinde Zams begann, über Wien. Nachdem er bei einem ersten Anlauf um die mögliche Nachfolge Weingartners als Parteichef in einer Kampfabstimmung dem damaligen Innsbrucker Bürgermeister Herwig van Staa (li.) unterlegen war, folgte 2003 die Berufung als Verteidigungsminister in das Kabinett "Schüssel II" in die Bundeshauptstadt.

APA/ROBERT PARIGGER
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Dort saß er bereits von 1994 bis 2000 im Nationalrat - aus deshalb, weil sich Van Staa eines Konkurrenten im Land entledigen wollte. Zum Nachteil gereichte es Platter - langfristig gesehen - aber nicht. Zum einen blieb er Tiroler AAB-Obmann, zum anderen konnte er sich in der Bundeshauptstadt medial in Szene setzen.

 

APA
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Als Verteidigungsminister (2003 bis 2007) erbte er den vor seiner Zeit als Ressortchef beschlossenen Eurofighter-Ankauf. In seine Amtszeit fiel zudem die Bundesheer-Reform, wobei ihm dabei mit der Wahl von Helmut Zilk zum Kommissionsvorsitzenden durchaus eine Überraschung gelang. Am Ende stand ein einstimmiger Beschluss. Nach der Nationalratswahl 2006 wurde Platter im Jänner 2007 Innenminister im Kabinett des damaligen SPÖ-Bundeskanzlers Alfred Gusenbauer.

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Noch in dieser Funktion kehrte er schließlich 2008 nach Tirol zurück und beerbte Van Staa, nachdem die Volkspartei zuvor über neun Prozentpunkte bei der Landtagswahl verloren hatte. Platter bildete eine Koalition mit der SPÖ. Die erste Periode als Landeshauptmann war mit der Wohnungs- und Jagdausflugsaffäre rund um Finanzlandesrat Christian Switak oder die auch außerhalb Österreichs für Schlagzeilen sorgende Begrüßung von Teamspieler David Alaba ("How do you do?") eine durchwachsene.

APA
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Zum ersten Mal musste sich Platter dann 2013 einer Landtagswahl stellen. Anders als beim kommenden Urnengang waren die Rahmenbedingungen wesentlich ungünstiger - traten doch nicht nur zehn konkurrierende Listen an, sondern hieß es auch: "Alle gegen die Platter-ÖVP". Die Volkspartei verlor zwar leicht an Stimmen und fuhr ihr historisch schlechtestes Ergebnis ein, konnte den Mandatsstand aber halten. Und Platter sorgte danach für eine Überraschung, indem er die Grünen in die Landesregierung holte.

APA/THOMAS BÖHM/TT
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Eckdaten

Günther Platter wurde am 7. Juni 1954 in Zams bei Landeck geboren. 1969 begann er eine Buchdruckerlehre, die er vier Jahre später mit der Gesellenprüfung abschloss. Zwei Jahre lang übte Platter den Beruf des Buchdruckers aus, ehe er 1976 seine Tätigkeit als Exekutivbeamter aufnahm, die er bis 1994 ausübte. 1978 heiratete Platter, der Ehe entstammen zwei, mittlerweile erwachsene Söhne. In den 80er-Jahren begann Platter seine politische Karriere, zuerst als Gemeinderat (1986-1989), dann als Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Zams (1989-2000). 1994 wurde er Nationalratsabgeordneter, ging 2000 als Sport- und Kulturlandesrat zurück nach Tirol. Von 2003 bis 2007 war er Verteidigungsminister, von 2007 bis 2008 Innenminister. 2008 kehrte er als Landeshauptmann nach Tirol zurück.

Die Presse