1930er: Nazis fanden mysteriöse Meteorit-Statue

Ein deutscher Wissenschaftler schreibt von einer aus Meteorit-Gestein geformten Buddha-Statue, die Nazis einst aus Tibet mitgebracht hätten.

Nazis fanden mysterioese Statue
Nazis fanden mysterioese Statue

Der deutsche Wissenschafter Elmar Buchner von der Universität Stuttgart hat eine Buddha-Statue aus Meteorit-Gestein entdeckt, die möglicherweise von unschätzbarem Wert ist. Das Fachmagazin "Meteoritics and Planetary Science" veröffentlichte am Mittwoch Buchners Artikel über Nazis, Heiligtümer und Meteoriten, die Fans der Filmreihe "Indiana Jones" in helle Aufregung versetzen würde. Am Ende der Geschichte steht die Entdeckung des ersten Abbilds eines Menschen, das aus Meteorit-Gestein geformt wurde.

Demnach machte sich Ende 1930 eine Expedition aus Wissenschaftlern, die der SS angehörten, nach Tibet auf, um die Ursprünge der Arier zu erkunden. Die Nationalsozialisten gründeten ihren Rassenwahn auf die Idee, dass die Deutschen Nachfahren einer ihrer Ansicht nach überlegenen arischen Rasse seien.

Der damalige Expeditionsleiter, der Zoologe und Ethnologe Ernst Schäfer, brachte 1939 die 24 Zentimeter hohe und über zehn Kilo schwere Buddha-Statue unbekannter Herkunft nach Deutschland. Mutmaßlich hatte die Swastika, ein Hakenkreuz auf der Brust der Statue, Schäfers Interesse geweckt. Die "Eisenmann" getaufte Statue verschwand in einer Privatsammlung in München und wurde erst für die Wissenschaftler zugänglich, als sie 2009 bei einer Auktion wieder auftauchte.

Buchner konnte das eisen- und nickelhaltige Gestein nun dem Meteoriten Chinga zuordnen, dessen Trümmer vor über 15.000 Jahren auf Sibirien und die Mongolei niedergingen. Chinga-Fragmente seien offiziell erstmals 1913 entdeckt worden, erklärte Buchner. Doch der Buddha stamme aufgrund seines Stils vermutlich aus dem 11. Jahrhundert. Etwas Vergleichbares wurde noch nie gefunden. Sollten die Schätzungen stimmen, wäre die Statue beinahe tausend Jahre alt, schreibt der Geologe. Dann wäre der Wert des Buddhas laut Buchner womöglich "unschätzbar".

 

(APA)

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