Wiener Feldwebel rettete mehr als 300 Juden vor dem Tod

Anton Schmid opferte 1941/42 in Vilnius sein Leben, indem er Juden vor der Deportation schützte.

Wien/Hws. Ab sofort unterstützt ein österreichisches Prominentenkomitee die deutsche Forderung, eine Bundeswehr-Liegenschaft wieder nach dem Wiener Judenretter Feldwebel Anton Schmid zu benennen. Eine Kaserne in Rendsburg trug zwar seinen Namen, wurde aber im Zuge der Bundeswehrreform aufgelassen.

Schmids Name fiel erstmals beim Eichmann-Prozess in Jerusalem. Damals wurde bekannt, dass Anton Schmid 1941/42 in der litauischen Stadt Vilnius etwa 300 Juden vor dem sicheren Tod gerettet hatte. Er leitete dort eine Sammelstelle für Versprengte, an die auch Werkstätten der Wehrmacht angegliedert waren.

Der beherzte Feldwebel beschäftigte eine größere Anzahl von Juden in seiner Dienststelle als Handwerker. So schützte er sie vor Deportation und Erschießung in einem Wald beim nahe gelegenen Dorf Ponary. Etwa 300 Juden soll er mit einem Wehrmacht-Lastkraftwagen von Vilnius weg in sicherere Städte im benachbarten Weißrussland gebracht haben. Schließlich unterstützte er auch den jüdischen Widerstand, der sich Ende 1941 in Vilnius zu organisieren begann. Nach mehrmonatiger Rettungstätigkeit wurde Feldwebel Schmid denunziert, verhaftet, vor ein Feldgericht gestellt, zum Tode verurteilt und erschossen. Gerettete sagten über ihn: „Für uns war er so etwas wie ein Heiliger.“

Unterstützungsunterschriften sammelt Jakob Knab, 87600 Kaufbeuren,
jakobknab@web.de

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.08.2013)

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